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Es werden Posts vom September, 2019 angezeigt.

Queerfeministische Waffe gegen postmodernes Unbehagen – die muslimische Frau

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Text: Juliane Beer USA, 21. Januar 2017, erster Tag nach Amtseinführung von Donald Trump: zahllose Frauen gehen in Washington auf die Straße, um ihrer Abneigung gegen den neuen Präsidenten Ausdruck zu verleihen. Initiiert hatte die Aktivistin Teresa Shook diese Demo bereits im November 2016 über einen Facebook-Aufruf. Unter anderem wurden die Teilnehmerinnen dazu ermuntert, als Erkennungszeichen der Bewegung sogenannte pussy hats zu tragen, rosa Strickmützen, die man als albern bezeichnen kann, die jedoch, wie sich wenig später herausstellte, das Harmloseste der Veranstaltung bleiben sollten. Es folgten weitere Demos gegen Trump, an denen tausende Frauen teilnahmen, schließlich entstand das Women’s-March-on-Washington-Event. So weit so gut. Ein Event, das so populär wird, braucht gute Organisation. Also bildete sich zu diesem Zweck ein Team aus Vanessa Wruble, Tamika D. Mallory, Carmen Perez, Linda Sarsour und Bob Bland. Mindestens Linda Sarsour war bereits zu diesem...

Grönemeyer grölt

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  Text: Juliane Beer Ein deutscher Musiker, an gestohlenem Herzen leidend und für Kitsch-Parolen, vorgebellt in strammem Staccato, berüchtigt, verkündet auf einem seiner Konzerte: Zitat: „Wir gehen keinen Millimeter nach rechts“ Zitat Ende. Und die Nation steht Kopf. Warum? MusikerInnen aller Nationen haben sich von je her für oder gegen etwas eingesetzt, sangen für hungernde Kinder oder für die Rechte indigener Völker Amerikas, positionier(t)en sich gegen Apartheid oder gegen das hässliche Bürger- und Spießertum. Aber für wen verwendet sich Grönemeyer, wenn er ins Publikum grölt: Zitat: [...]...dann liegt es an uns, zu diktieren, wie 'ne Gesellschaft auszusehen hat. Und wer versucht, so 'ne Situation der Unsicherheit zu nutzen für rechtes Geschwafel, für Ausgrenzung, Rassismus und Hetze, der ist fehl am Platze […] Zitat Ende. Wer ist wir? Wer soll diktieren? Die Rechten nicht, soweit verständlich. Wer dann? Wem soll eine ´gute´ Diktatur gelingen? Denen, die zu ta...

Bete und Arbeite

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Text: Juliane Beer Leseprobe aus: Aber sie arbeiten doch!   Das Alphabet der linken Liebe zur Lohnarbeit ©j.beer2019 Zunächst: viele Fragen und ein paar Behauptungen „Das Heiligste, das der Deutsche hat, ist die Arbeit“*, sagte Kurt Tucholsky und bemängelte den Fleiß des Germanen im Weiteren als „unangenehme Angewohnheit“. *Zitat, 1925 in der „Weltbühne“ unter Tucholskys Pseudonym Ignaz Wrobel erschienen Doch hat sich Kurt Tucholsky alias Wrobel hier nicht missverständlich ausgedrückt? Arbeit ist das Heiligste der Deutschen? Das wirft Fragen auf. Zum Beispiel die nach der Gleichberechtigung. Warum duldet man im Deutschland der gleichen Rechte für alle, dass reiche ErbInnen, reich Geborene oder LottogewinnerInnen, kurz Menschen, die sich aufgrund verschiedener Umstände nicht durch Lohnarbeit über Wasser halten müssen, aus dem heiligen Nationalbund ausgeschlossen werden? Gerade links und linksliberal denkende Deutsche stürmen gegen jede auch nur v...