Mittwoch, 30. Juli 2025

Kleinestadt-Krimi


Eine hanebüchene Geschichte. Bestimmt erfunden. Oder doch nicht?



Text und Foto-Collagen: Birgit Gärtner 

Es klingt wie das Drehbuch zu einem völlig abgedrehten TV-Krimi, in dessen Mittelpunkt die Polizeiwache in Kleinestadt steht, einem absoluten Provinznest, da, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen und in dem jeder jeden kennt.

Und genau darauf baut die Geschichte auf.

Protagonisten sind zwei Kriminalkommissare, nennen wir sie K1, der Macher, und K2, der Mitläufer.

Das Besondere an Kleinestadt? Die Bösen sitzen auf der Wache und die Guten werden verfolgt.

K1 und K2 haben beide türkische Wurzeln, weshalb sie ihre Amtsstube mit einer türkischen Flagge zieren. Das war die Idee von K1, K2 traute sich nicht zu widersprechen. Genauso wenig, wie er K1 anvertrauen mochte, dass er eigentlich nicht türkische, sondern armenische Vorfahren hat. Um es in der türkischen Community leichter zu haben, hatte er deshalb den Nachnamen seiner türkisch-stämmigen Ehefrau angenommen.

Die beiden arbeiten, naja, eigentlich arbeitet K1 mit zeitgemäßen wie unkonventionellen Mitteln: Statt auf die üblichen „Quellen“ setzt er auf eine Gruppe von Internet-Trollen und -Schnüfflern, die Accounts in sozialen Medien von Personen seiner Wahl ausspionieren, diese Personen provozieren, beleidigen und/oder bedrohen.

Jeder kennt jeden

K1 ist gut vernetzt, zum örtlichen Imam, nennen wir ihn Herrn IM, zum Gefängnis-Imam, nennen wir ihn Herrn GI, zu der beim DRK für Integration zuständigen Sozialarbeiterin, nennen wir sie Frau S, ebenfalls mit türkischen Wurzeln. K1 und Frau S waren ein gutes Team, vor vielen Jahren, lange schon vor der sogenannten Flüchtlingskrise 2015, als sie gemeinsam mit einer dritten Person durch den Landkreis Großestadt tingelten und Vorträge über gelungene Integration hielten. Zwar vermag er sich nicht so recht daran zu erinnern, bzw. möchte sich nicht daran erinnern, aber Zeitungsartikel belegen diese Zusammenarbeit, die seinerzeit von allen Beteiligten als "sehr gut" gelobt wurde.

K1 hat auch gute Kontakte zum Leiter der regionalen JVA, nennen wir ihn Herrn JVA, der wiederum gute Kontakte zur damaligen rot-grünen Landesregierung, insbesondere zur grünen Justizministerin, nennen wir sie Frau Grün, unterhielt. Diese legte in ihrer Amtszeit zwei kleinere Anstalten in Kleinestadt sowie das Untersuchungsgefängnis in Nachbarstadt zusammen und kreierte in der tiefsten Provinz so die größte JVA im ganzen Bundesland. Zum Leiter ernannte sie Herrn JVA.

Rückblende zurück in das Jahr 2015

Wie allerorten stand auch Kleinestadt vor dem Problem, den Ansturm von Flüchtlingen, die durch die Grenzöffnung der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel in das Land strömten und auf die Kommunen aufgeteilt wurden, irgendwie bewältigen zu müssen.

Der Stadtrat wollte sich deshalb Unterstützung aus berufenem Munde, von Frau S, holen – und zwar öffentlich, um die Vorgänge zu transparent wie möglich zu machen. Deshalb wurde eine Veranstaltung organisiert und Frau S als Referentin geladen.

Sie sprach viel. Über Turnhallen, die kurzfristig zu Asylunterkünften umgewidmet werden müssten, Hotels und Pensionen, die angemietet werden sollten, beispielsweise für Familie. Über Integrationskurse, die sich bei näherer Betrachtung als reines Angebot von Sprachkursen – auf freiwilliger Basis, versteht sich – entpuppten, und überhaupt, es schade ja niemandem, mal etwas Arabisch zu lernen, von Toleranz und Kultursensibilität, die den Kleinestädtern selbstverständlich abverlangt werden müsse.

Nur über eines redete sie nicht: Kulturelle Unterschiede, die zu massiven Problemen und massiven sozialen Verwerfungen in Kleinestadt führen könnten.

So viel Kultursensibilität sollte doch wohl möglich sein

Das stieß Herrn D, staatlich lizensierter Dolmetscher für Arabisch, Farsi und Paschtu, der u.a. für die JVA, die Ausländer- und andere Behörden in der Kreisstadt Großestadt arbeitete und seine Expertise nun auch ehrenamtlich in den Flüchtlingsunterkünften zur Verfügung stellte, sauer auf. Er wies daraufhin, dass diese kulturellen Unterschiede bedacht werden müssten und es zudem möglich sei, dass nicht nur Verfolgte ankämen und in den Unterkünften einquartiert würden, sondern auch Verfolger. So dass es nicht nur in der Stadtgesellschaft, sondern auch in den Unterkünften zu massiven Problemen kommen könne.

Herr D war Mitglied bei den Grünen und bei denen nicht nur stadt- sondern landesweit als Querulant bekannt. 2012, als die Landesregierung dem Beispiel Hamburgs folgend einen Staatsvertrag mit den islamischen Verbänden abschließen wollte und K1 mit Frau S Toleranz predigend durch den Landkreis zog, stellte er einen Gegenantrag auf dem Grünen-Parteitag, auf dem dieses Unterfangen beschlossen werden sollte.

Seither galt der muslimisch sozialisierte Araber parteiintern nicht nur als Querulant, sondern auch als antimuslimischer Rassist. Anders als mit Muslimhass ließ sich seine ablehnende Haltung ja nicht erklären.

Keine Fotobeschreibung verfügbar.

Schließlich waren die Vertreter der Religion des Friedens, mit denen die Landesregierung verhandelte, ja alles bescheidene, freundliche, moderat auftretende Männer, die nichts anderes wollten, als in Ruhe beten – in den Schulen, am Arbeitsplatz und in der örtlichen Hoch- und Fachhochschule. Dass die islamischen Speisevorschriften in den Kantinen der Schulen, KiTas und in der Mensa bedacht würden, schien ihnen selbstverständlich. Ebenso wie Sonderregelungen für Mädchen aus muslimischen Familien den Sportunterricht und Ausflüge betreffend. Dass Lehrerinnen und Beamtinnen auf den Hijab während der Dienstausübung nicht verzichten müssten, wurde nahezu als allahgegeben betrachtet. So viel Kultursensibilität sollte doch wohl möglich sein?! Apropos Kultursensibilität: Da wäre noch die Themen Pflege, daheim und in den Kliniken und natürlich Bestattung.

Wenn all diese Probleme zur Zufriedenheit der islamischen Verbände gelöst würden, sei eine Einladung der örtlichen Politprominenz zu den öffentlichen Iftar-Festen doch eine Selbstverständlichkeit. So manche Grüne sah sich schon Arm in Arm mit dem zuständigen Imam publikumswirksam in jede Kamera lächeln … 

 

Der Rufer in der Wüste

Herr D wollte genau das alles nicht. Schließlich war er nicht als junger Kerl vor genau diesem religiösen Diktat – und den damit verbundenen Repressionen für all jene, die sich dem nicht unterordneten – geflohen, um jetzt tatenlos zuzusehen, wie sich diese menschen-, vor allem frauenverachtende Ideologie nun in seiner neuen Heimat ausbreitete. Sollte beten wer wollte, aber er mochte damit nicht behelligt werden. Geschweige denn mit dem ganzen Rattenschwanz von Ge- und vor allem Verboten, die diese religiösen Riten mit sich brachten.

Aber wie so oft: Seine warnenden Rufe verhallten in der Wüste. Genaugenommen der Bleiwüste bedruckten Papieres im Politbetrieb. Zwar wurde der Staatsvertrag nicht wie beabsichtigt geschlossen, den islamischen Verbänden trotzdem viele (Sonder)rechte eingeräumt. Und die Iftar-Feste, die jedes Jahr opulenter – öffentlicher und somit raumgreifender – wurden, ließ sich kaum ein Politiker entgehen. Auch keine Politikerin, die sich keine Gedanken darüber machte, dass sie in der Moschee, von der sie so herzlich und exotisch bewirtet wurde, ansonsten gar nicht betreten dürfte. Oder wenn, dann durch einen ihr zugewiesenen speziellen Eingang, zu einem speziellen Bereich. Auch auf die schönen Pressefotos Arm in Arm mit dem Imam verzichteten sie letzten Endes auch gern. So viel Kultursensibilität musste doch möglich sein!

Für die islamischen Verbände verlief alles zwar nicht nach Plan, aber in die richtige Richtung. Herr D hingegen hatte seinen Ruf weg. Und dieser eilte ihm voraus, als er – mittlerweile selbst Ratsherr in Kleinestadt – die Stimme erhob, um auf mögliche Probleme bedingt durch die große Anzahl von Menschen aus einem völlig anderen Kulturkreis hinzuweisen. Das Thema Gewalt – auch unter den Flüchtlingen – hatte er noch nicht einmal angesprochen.

Frau S wurde schließlich offiziell zur Beauftragten des Rates von Kleinestadt für die größte Unterkunft in der Turnhalle der örtlichen Grundschule ernannt. Die Kinder konnten ja nachmittags draußen toben und für die Turnlehrerin würden sich andere Aufgaben finden. Schließlich gab es in ihrem Refugium ja allerhand zu tun.

Zur Sicherheit wurde ein Wachschutz engagiert, der seinerseits Muslime, u.a. aus dem örtlichen libanesischen Clan, engagierte. Alles Schiiten, aber Hauptsache Moslems. Die würden es mit den Nazis schon aufnehmen, die die Unterkunft sicher bald angreifen würden. Zwar waren auf der Demo gegen die geplante Unterkunft vor allem Herr X aus dem Kaninchenzüchterverein und Frau Y, die engagierte Kindergartenmutter, gesehen worden, aber sie würden schon kommen, die gewaltbereiten Nazis. Und so ein clanerprobter Libanese würde wissen, was dann zu tun sei.

Es kam wie es kommen musste

Zwar keine Nazis, die die Unterkunft attackierten, sondern die Probleme. Zunächst einmal vor der Moschee. Diese lag mitten in der City, schließlich sollten den heimischen Muslimen nicht das Gefühl der Ausgrenzung gegeben werden, und wurde recht schnell zu klein für den unerwarteten Ansturm an Gläubigen insbesondere zum Freitagsgebet. So dass dieses einfach vor die Moschee und damit in die Einkaufszone von Kleinestadt verlegt wurde. Zum Verdruss der ansässigen Geschäftsleute, Gastronomen und Beschicker des Wochenmarktes, denen die Kundschaft ausblieb, zunächst Freitagsnachmittags, aber nach und nach wurde der Platz vor der Moschee zum Treffpunkt großer Gruppen geflüchteter Männer, so dass die Kauflust der Kleinestädter – vor allem der Kleinestädterinnen – rapide sank. Cafés und Restaurants gab es ja woanders auch. Deren Betreiber wiederum freuten sich natürlich über die Umsatzsteigerung. Aber viele blieben halt einfach zu Hause, was niemanden wirklich glücklich machte.

Im Rat von Kleinestadt kamen Zweifel auf, ob das zwar schöne, jedoch baufällige Gebäude, in dem die Moschee untergebracht war, für diesen Ansturm an Personen überhaupt geeignet war. Also wurde eine Begehung geplant. „Aber zu unseren Bedingungen!“, forderte Herr D. „Das heißt, die Ratsfrauen können die Moschee in genau der Kleidung besichtigen, die sie auch zu den Ratssitzungen tragen!“.

Freundlich lächelnd wurde dieses Ansinnen von Herrn IM abgelehnt. So viel Kultursensibilität müsse schon sein! Selbstverständlich seitens des Rates von Kleinestadt – nicht der Moschee.

So kam es, dass eine kleine Abordnung, bestehend ausschließlich aus Ratsherren, in Begleitung von einigen Fachleuten, pardon, Fachmännern, das Gebäude besichtigten, anschließend eine Mängelliste erstellten, diese Herr IM präsentierten und der islamischen Gemeinde eine Frist setzten, in der die Moschee geschlossen blieb und diese Mängel behoben würden.

Herr IM hatte daraufhin einen ständig wiederkehrenden Traum: Er sah sich selbst am Lenkrad eines Autos sitzen, das zügig über die Autobahn braust, eine Tasche voller Geld – insgesamt 100.000 € – zwischen die Beine geklemmt, auf dem Weg von der kuwaitischen Botschaft in der Bundeshauptstadt zurück in seine Moschee in Kleinestadt.

Das war selbstredend nur ein Traum von Herrn IM, die Mängel indes wurden fristgerecht behoben und der Moscheebetrieb und damit auch die öffentlichen Freitagsgebete wieder aufgenommen. Sie sind halt spendabel, die Anhänger der Religion des Friedens, und ihre Moschee ist ihnen einiges wert. Nur auf die Einladung zum öffentlichen Iftarfest musste die Politprominenz in dem und den beiden kommenden Jahren leider verzichten. Die Kosten für die Baumaßnahmen belasten die Gemeinde halt immer noch. Was sie allerdings nicht davon abhielt, während des Ramadans allabendlich die gesamte Fußgängerzone für sich zu beanspruchen. Nur eben ohne die Abgeordneten.

Und ohne die Frauen, die zwar die Speisen vorbereiten und hinterher abräumen, aber diese nicht mit den Männern einnehmen durften, sondern essen mussten, was die Männer ihnen übrig ließen. Wenigstens die Frauen hatten in den vergangenen Jahren von der Show für den Politzirkus profitiert und wurden – zwar an separaten Tischen und in gebührendem Abstand zu den Männern – in der Öffentlichkeit platziert. Jetzt verschwanden sie wieder dorthin, wo der Islam ihnen ihre Rolle zuteilt: Als Dienstmagd in der Unsicht- und auch Unhörbarkeit.  

Die Probleme ließen sich nicht übersehen

Insbesondere durch seine ehrenamtliche Tätigkeit als Dolmetscher in den Asylunterkünften bekam Herr D tiefe Einblicke in das Leben dort. Und er nahm Probleme wahr – die alle anderen gern verschwiegen hätten. So fiel ihm ein Mann auf, der aus demselben Land kam, aus dem er einst geflohen war. Ihm war sofort klar, dass dieser nicht bedroht, sondern eine Bedrohung war. Für die Menschen in seiner unmittelbaren Umgebung in der Unterkunft, aber auch für die Kleinestädter oder – wer weiß wo sonst. Er brachte seine Wahrnehmung zur Sprache, wurde wie üblich nicht ernstgenommen, sondern als Rassist beschimpft. Später stellt sich heraus, besagter Mann war aus welchen Gründen auch immer in sein Herkunftsland zurückgekehrt und dort wegen eines Banküberfalls und verschiedener brutaler Gewaltdelikte verhaftet.

Auch kam Herrn D zu Ohren, dass die Wachleute, jene Schiiten, die die Unterkunft vor Übergriffen von außen bewahren sollten, ihre Position ausnutzten, um ein Bordell daraus zu machen. Die dort einquartierten Frauen wurden gezwungen, auch unter Ausübung von Gewalt, ihnen sexuell zu Diensten zu sein. Als Herr D dies öffentlich machte, wurde nicht nur er beschimpft, sondern auch die betroffenen geflüchteten Frauen angefeindet. Schließlich konnte nicht sein, was nicht sein durfte.

Immer wieder kam es zu öffentlichen Disputen zwischen Herrn D und Frau S.

Diese war wie K1 sehr gut vernetzt – in der muslimischen Community, aber auch in der Stadtgesellschaft. Auch wenn er nie öffentlich darüber geredet hätte, Herr JVA wandte sich mitunter an sie, wenn es in den Anstalten zu Problemen kam. Stillschweigend vermittelte sie ihm ein vermeintliches Kompetenzteam, Aussteiger aus der salafistischen Szene und heute angeblich moderate Muslime, die zur Deradikalisierung einiger muslimischer Gefangener beitragen sollten. Ganz so moderat wie Frau S sie beschrieb, erschienen diese Herrn D nicht. Er recherchierte und fand heraus, dass diese zwar ihre Ideologie nicht abgelegt, aber ein cleveres Geschäftsmodell entwickelt hatten. Darüber informierte er Herrn JVA, der sein Dienstherr war.

Herr Internet wird aktiv

Es gab eine Reihe weiterer Vorkommnisse, immer war es Herr D, der gut begründet Missstände aufzeigte, immer wurde er diffamiert und angefeindet. Zunehmend auch in den sozialen Netzwerken. Insbesondere ein junger Mann fiel diesbezüglich auf, nennen wir ihn Herrn Internet. Dieser nutzte zwar ein Pseudonym, gab sich aber als türkisch-stämmig zu erkennen, provozierte ohne Unterlass, beschimpfte und bepöbelte nicht nur Herr D, sondern auch dessen Mutter. Schließlich drohte er sogar damit, den Töchtern von Herrn D Gewalt anzutun.

Das war der Moment, in dem sich Herr D an die Polizei wandte. Im Kommissariat traute er seinen Augen nicht, als er die türkische Flagge an der Wand hinter dem Schreibtisch von K1 sah. Dieser war nicht da und K2 zuckte nur müde mit den Schultern. Er wisse auch nicht so recht, aber dem Kollegen sei das halt wichtig. Herr D schilderte K2 sein Anliegen. Der notierte alles brav und versprach, sich zu kümmern. Herr D hörte von der Anzeige nie wieder was.

Plötzlich sah Herr D sich seinerseits mit lauter Anzeigen konfrontiert. Jemand schien akribisch seine Accounts in den sozialen Medien zu durchforsten und jede „Verfehlung“ zur Anzeige zu bringen. Beispielsweise, wenn er Karikaturen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoǧan übernahm, die jemand gepostet hatte. In einer war das „o“ in Erdoǧan durch ein Hakenkreuz ersetzt. Dass diese möglicherweise strafbar sein könnte, darauf wäre Herr D. niemals gekommen. Schließlich war klar, dass er damit nicht dem Faschismus huldigen, sondern Recep Tayyip Erdoǧan als Faschisten kennzeichnen wollte.

Mit den Anzeigen hörten plötzlich die wüsten Beschimpfungen und Drohungen seitens Herrn Internet auf.

Schwenk in die Gegenwart

Konkret in eine Gerichtsverhandlung des Landgerichts Großestadt, in dem die Fälle auch aus Kleinestadt verhandelt werden. Nachdem Herr D wegen der Erdoǧan-Karikatur angezeigt wurde, nahm er sich einen Anwalt. Als dieser Akteneinsicht beantragte und diese gewährt wurde, stellt sich heraus, dass Herr D. von K1 angezeigt worden war.

Da Herr D sich nicht vorstellen konnte, dass K1 seine Freizeit damit verbrachte, soziale Medien nach Accounts von Menschen zu durchforsten, die als Anzeigensteller im Kommissariat aufgetaucht waren, erinnerte sich Herr D wieder an Herrn Internet, von dem er zwar lange nichts mehr gehört hatte, dem aber ja der Inhalt der von Herrn D verfassten oder übernommen Beiträge aufgefallen waren und offensichtlich maßlos empört hatten. Herr D begann nun seinerseits auf dem Account von Herrn I. zu recherchieren, eigentlich, um eine Verbindung zwischen Herrn Internet und K1 herzustellen. Diese ließ sich nicht belegen, aber er fand etwas anderes, höchst Interessantes heraus: Nämlich, dass es sich bei Herrn Internet mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um den Sohn von Frau S handelte. Also musste es eine Verbindung zwischen Frau S und K1 geben. Das war auch naheliegend, schließlich hatten beide mit Kriminellen, bzw. dem islamisch-kriminellen Milieu sowie dem Gefängnis und Herrn JVA zu tun.

Also lässt Herr D seinen Anwalt K1 vor Gericht befragen, ob er Kontakt zu Herrn Internet oder Frau S hätte. K1 verneint. Da Herr D zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß, dass es sogar mediale Belege für die Zusammenarbeit zwischen K1 und Frau S gibt, bleibt die Aussage unwidersprochen stehen.

Das Landgericht spricht Herrn D frei, doch die Gegenseite legt Berufung ein.

Plötzlich bekommt Herr D Probleme in seinem Job. Herr JVA lässt ihn in das Untersuchungsgefängnis in Nachbarstadt versetzen, das der JVA Kleinestadt angegliedert ist. Dort darf er nicht mehr seiner Tätigkeit als Dolmetscher nachgehen, sondern muss Hilfstätigkeiten verrichten. Schließlich werden ihm permanent mit angeblichen Pflichtverletzungen vorgeworfen, die er alle widerlegen kann, trotzdem wird er schließlich entlassen - und zwar obwohl er eine anerkannte Behinderung von 70% hatte.

Mobbing kostet nicht nur Nerven, sondern auch viel Geld

Zudem wird er weiterhin mit Anzeigen konfrontiert, gegen die er sich juristisch zur Wehr setzen muss. Das kostet nicht nur Kraft, sondern sehr viel Geld. Als Herr D auch noch seinen Job verliert, kann er die Anwaltsrechnungen nicht mehr begleichen. Zwar hat dieser viel Verständnis für die Situation seines Mandanten, aber als Anwalt mit einer kleinen Kanzlei in Kleinestadt kann er sich ein derartiges Verlustgeschäft nicht leisten. Obwohl er gerne würde. Also bietet er Herrn D an, ihn bei der Suche nach einem Anwalt zu unterstützen, der finanziell mehr Spielraum hat als er selbst. Doch diese Suche gestaltet sich schwieriger als gedacht. Auch Kollegen, die sich gern medial als die großen Kämpfer für Recht und Freiheit generieren, von denen er weiß, dass sie problemlos, ohne auf ein einziges Glas Champagner verzichten zu müssen, seinen Mandanten pro bono vertreten könnten, lehnen dankend ab. Bereits zu sehr eingespannt, leider …

Herr D vereinbart schließlich eine Ratenzahlung mit seinem Anwalt und begibt sich auf Jobsuche. Kleinestadt und Nachbarstadt fallen schon mal weg, aus Gründen. Auch in Großestadt, ja, im gesamten Bundesland gibt es angeblich keine Verwendung für einen versierten lizensierten Dolmetscher, der neben Arabisch noch Farsi und Paschtu anbietet. Schließlich bekommt er einen Job in einer großen JVA in Großstadt-Nordost, Hunderte Kilometer von Kleinestadt entfernt. Doch leider ist dieser Job nur von kurzer Dauer, Herr JVA lässt es sich nicht nehmen, seinen Kollegen in Großstadt-Nordost anzurufen und ihn über die angeblichen Verfehlungen von Herrn D in Kenntnis zu setzen. Die dieser allesamt widerlegen konnte und für die er nie belangt wurde. Außer mit der – seiner Ansicht nach unbegründeten – Strafversetzung und der anschließenden ebenfalls grundlosen Kündigung. Auch dagegen würde Herr D sich gern juristisch zur Wehr setzen, doch auch das würde Geld kosten, das er nicht mehr hat.

Schließlich wendet Herr D sich an die Presse, in der Absicht, dieses ganz Netzwerk, dessen Opfer er mutmaßlich aufgrund seiner kritischen Haltung wurde, publik zu machen. Doch niemand glaubt ihm. Statt in Talkshows zu sitzen, muss er sich auch weiterhin vor Gericht wegen der kuriosesten Unterstellungen verantworten.

Fragen über Fragen:

In einem TV-Krimi würden nach nervenaufreibenden, inhaltlich sehr dichten 90 Minuten schließlich Handschellen klicken. 

Und jetzt kommt Ihr ins Spiel: Was glaubt Ihr bei wem? Bei Herrn D.? Oder bei K1? 

Was denkt Ihr, hätte ein solches Drehbuch Aussicht auf Erfolg, oder erscheint Euch die Story zu abgedreht? Oder glaubt Ihr gar, dem Drehbuch liegt ein wahrer Fall zu Grunde?

Fragen über Fragen, auf Eure Antworten bin ich gespannt.

 

 

Samstag, 5. Juli 2025

Künstliche Intelligenz – Fortschritt und das Ende von Emanzipation und Selbstbestimmung

Banner, Roboter, Cyborg, Künstlich
 

Text Juliane Beer

 

Im Anbau des Berliner Technikmuseums ist die Ausstellung 

Mission KI - Nationale Initiative für künstliche Intelligenz und Datenökonomie 

zu sehen, ein Regierungsprojekt (Bundesministerium für Digitales und Verkehr), das von Bundesdigitalminister Dr. Volker Wissing eröffnet wurde.


Ich beginne mit ein paar Sätzen aus Wissings Eröffnungsrede:

Zitat: „Wir schaffen einen Ort, an dem Bürgerinnen und Bürger erfahren können, wie KI ihr Leben verbessert. Das Vertrauen in disruptive Technologien steht dabei im Mittelpunkt. Wir brauchen in unserer Gesellschaft und Wirtschaft ein positives, innovationsoffenes Mindset für neue Technologien. Ohne KI werden wir in Zukunft nicht wettbewerbsfähig sein. Wir müssen sie breit anwenden - in der Medizin, in der Verwaltung, in der Logistik, in allen Bereichen der Wirtschaft. Diese Ausstellung soll dazu beitragen, Vorbehalte abzubauen und die Menschen ganz praktisch von den Vorteilen der KI zu überzeugen. Nach Kaiserslautern setzen wir nun in Berlin ein starkes Zeichen für die Entwicklung vertrauenswürdiger KI ‚Made in Germany‘ […]" Zitat Ende

Der Eintritt zur Ausstellung Mission KI ist frei, es werden zudem Führungen und Veranstaltungen für Schulklassen angeboten, außerdem die Möglichkeit, KI-Anwendungen wie Gesichtserkennung, medizinische Analysen, Sprachassistenten und Spielereien mit einer Mixed Reality-Brille kennenzulernen.

Bebilderte Tafeln informieren über die Grundlage “vertrauenswürdiger KI“. Was auch immer hier mit vertrauenswürdig gemeint sein mag - KI an sich ist weder vertrauenswürdig noch nicht vertrauenswürdig, sondern verhält sich je nach (Gesinnungs)Training, kann also nur innerhalb solcher Datenräume agieren, in denen trainiert wurde. Die Tendenzen der Datensätze sind nach Training demnach die Tendenzen der KI. Das wäre gerade für Kinder, für die der Umgang mit KI im Studium oder in der Ausbildung in einigen Jahren vermutlich selbstverständlich sein wird, wichtig, so früh wie möglich zu verstehen. Ich möchte hier kurz anmerken, dass ich die Bezeichnung Künstliche Intelligenz deshalb irreführend finde. Diese Intelligenz ist eben nicht künstlich, also z.B. von einem anderen Planeten importiert, vielmehr handelt es sich um unsere Intelligenz, aus der die KI lernt, weil kombiniert.

Die Infotafeln in der Ausstellung Mission KI halten sich, was Tendenzen im Training angeht, allerdings bedeckt. Dafür informieren sie ausgiebig über technische Funktionsweise, aktuelle ethische Standards und Qualitätssicherung. Dass ethische Standards und Qualitätssicherung von der Politik - und das ohne Parlament und Pipapo - außer Kraft gesetzt werden können haben wir erst kürzlich, 2020 bis 2023, am eigenen Leibe erfahren, Kinder und Jugendliche ganz besonders. Was KI, die von einer selbst ermächtigten Politik trainiert wird, im Falle einer Pandemie anrichten könnte habe ich weiter unten ausgeführt.

Nur Vorteile, die es sicherlich gibt

Bei Mission KI werden lediglich die positiven Aspekte von KI demonstriert und erläutert, Vorteile, die es selbstverständlich gibt. Zweifellos möchte man mit der Ausstellung das Vertrauen der Bevölkerung gewinnen, wie auch Minister Wissing in seiner Eröffnungsrede einräumte. Ob man das Vertrauen einer breiten Mehrheit gewinnt, indem man Risiken unterschlägt, ist die Frage. In Sachen Corona-Maßnahmen hat es einst geklappt, was Aufrüstung angeht klappt es aktuell schon nicht mehr so gut, gar nicht mehr klappt eine Verzicht-Predigt ans Volk, gehalten von denen, die nicht im Traum auf die Idee kämen, auf Komfort zu verzichten.

Wirkliches Vertrauen jedenfalls gewinnt man, indem man Risiken benennt und mögliche Lösungen vorstellt bzw. die Bevölkerung ermuntert, sich mit eigenen Lösungsvorschlägen einzubringen.

KI könnte Leben retten

In der Ausstellung Mission KI sind Medizin und Straßenverkehr zwei Bereiche, in denen man am Monitor gegen KI antreten kann. Hier siegt KI überzeugend.

KI erkennt auch noch solche Personen am Straßenrand, die dem menschlichen Auge als Schatten oder Mauerwerk erscheinen. Die Gefahren einer schrankenlosen Überwachung liegen natürlich auf der Hand.

Ähnlich perfekt zeigt sich KI bei der Auswertung von Röntgen- und MRT-Bildern oder Bildern (bösartiger) Muttermale. Natürlich hat ärztliches Personal einen geübteren Blick als Ausstellungspublikum, ergänzende Erklärungen, was dem menschlichen Auge entgehen könnte, überzeugen jedoch.
 

Aktuell

An der Supermarktkasse, im Bereich autonomes Fahren, in der Reinigung und im Callcenter ist KI längst eingezogen.

Auch im Pflegebereich, da, wo noch vor ein paar Jahren behauptet wurde, menschliche Arbeitskraft - im wahrsten Sinne des Wortes - sei unverzichtbar, sind inzwischen immer häufiger Roboter in der Erprobung, in Japan z.B. bereits im Einsatz.

Da es sich bei den o.g. Beispielen um Arbeitsbereiche handelt, die sowohl anstrengend als auch schlecht bezahlt sind, zähle ich die Ablöse durch Roboter zu den Vorteilen, auch wenn sozialistische Kreise der Menschheit über Jahrhunderte einredeten, den guten Arbeiter erkenne man daran, unangenehme Betätigungen mit Stolz zu verrichten und seinen Lebenssinn darin zu finden plus ähnlichem Unfug, der dem Kapital schon immer perfekt in die Hände spielte.

Die Frage „Wohin mit all den Menschen, die, sobald KI übernimmt, erwerbslos werden, weil zu anderen Aufgaben aus welchen Gründen auch immer nicht zu gebrauchen“

darf man getrost als Zynismus werten. Wir haben uns offenbar daran gewöhnt, dass es diejenigen gibt, die zu nichts anderem als zur Ausbeutung freigegeben sind. Gehören Menschen hingegen zu den Glücklichen, die lediglich nach Neigung oder auch gar nicht arbeiten, weil Lottogewinn, weil Erbschaft, o.ä., käme vermutlich niemand auf die Idee, zu fragen, was man denn mit ihnen anfangen sollte, wenn Roboter demnächst öffentliche Toiletten putzen. Was nicht heißen soll, dass es keine wohlhabenden Menschen gibt, die hart arbeiten. Natürlich gibt es die. Und sie können jeden Moment ohne Existenzangst mit der harten Arbeit aufhören.

Die Frage, was wir mit Menschen machen, die uns nicht mehr den Dreck wegputzen müssen, ist also beantwortet. Wir machen mit ihnen das, was in wohlhabenden Familien üblich ist: Wir ermuntern sie, ihre Neigungen zu entdecken und sich zum eigenen Vergnügen und/oder bestenfalls zum Wohle der Gesellschaft zu betätigen.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass auch Jobs in Verwaltung, Organisation oder mittlerem Management von KI übernommen werden kann. In welchem Umfang, wird sich zeigen. Aktuell wird davon ausgegangen, dass innerhalb der nächsten 5 Jahre laut dem World Economic Forum 92 Millionen Jobs wegen KI und Automatisierung nicht mehr von Menschen erledigt werden müssen. Es handelt sich bei dieser Voraussage um eine Computermodulation.

Fazit: Wenn Roboter und KI sogenannte Bullshit-Jobs übernehmen könnten wir uns alle mit den schönen Dingen des Leben beschäftigen. Der einzige “Nachteil“: Niemand wäre mehr erpressbar. Die unangenehme Arbeit, die KI tatsächlich (noch) nicht hinkriegt könnte man gerecht unter allen aufteilen, denn wenn ein großer Teil der täglichen Arbeit von KI erledigt wird brauchen wir natürlich auch ein völlig neues Geldsystem. Roboter zahlen keine Steuern und konsumieren außer Strom und ein paar Ersatzteilen nichts.
 

Eine Welt mit KI – tatsächliche Nachteile
 

Neben Deepfakes, die aktuell in vielen Fällen (noch) als solche erkennbar sind, ist eine aktuelle Auswirkung - wenn man so will ein Nachteil von KI - vermutlich schon allen, die Suchmaschinen nutzen, aufgefallen. Suchmaschinen zeigten bislang Seiten von z.B. Medien und Firmen an, die bei der Recherche hilfreich sein könnten bzw. benötigte Waren anbieten.

Damit ist es vorbei. KI fasst jetzt auf der begehrten ersten Seite an begehrter erster Stell zusammen, was in Bezug auf den Suchbegriff relevant ist. Man erspart sich dadurch Scrollen und Klicken, Firmen und Verlage, die auf die Präsentation ihrer Angebote über Suchbegriffe angewiesen sind gehen leer aus. Wird hier nicht gegengesteuert könnte sich das Internet in den nächsten Jahren wandeln, beispielsweise weg von einer Werbeplattform hin zu einem Informationsmedium mit Tendenz. Ich gehe davon aus, dass in Unternehmen und Konzernen längst über Lösungen nachgedacht wird.

KI, Roboter, Robocobs


In Philip K. Dicks sowohl visionärem als auch meisterhaftem Roman

Träumen Androiden von elektrischen Schafen ( Titel der Neuübersetzung Blade Runner), 

geschrieben 1968, wird ein zukünftiger Krieg zwischen Menschen und Androiden beschrieben. Androiden sind inzwischen intelligenter und agiler als die durch einen Atomkrieg geschwächte Menschheit, außerdem so perfekt konstruiert, dass man extra hierfür konzipierte Tests braucht um Mensch und Maschine, der einzig die Empathie fehlt, zu unterscheiden. Die Androiden haben so etwas wie Bewusstsein entwickelt und “denken“ in einigen Fällen sogar, sie seien Menschen. Sie kämpfen um ihr Überleben, auch wenn das bedeutet, Menschen zu töten. Im Roman kommt es zu albtraumhaften Szenen auf Polizeirevieren, wo Verhafteter, Polizist und Androidenjäger sich gegenseitig belauern und verhören, ob sie Mensch oder Maschine sind.

Anmerkung: Diverse Hollywood-Blade Runner-Verfilmungen werden der Romanvorlage in keiner Weise gerecht und sind deshalb nicht empfehlenswert, wenn man das Thema vertiefen möchte.
Inspiriert vom Roman möchte ich mit zwei fiktionalen Beispielen für die Gefahren der KI aufwarten. Ähnlichkeiten mit realen Vorkommnissen sind rein zufällig.
 

Nehmen wir an, in einem Land im Nahen Osten werden Frauen, die sich nicht an die Kleiderordnung, z.B. das Bedecken des Haars in der Öffentlichkeit, halten, verhaftet.

Stellen wir uns weiterhin vor, eine dieser Frauen zeigt sich auf dem Polizeirevier nicht einsichtig, wird daraufhin von Beamten misshandelt und stirbt kurz darauf an ihren Verletzungen.

Ich will die Sozialisierung zum Frauenhass, die je nach Kultur, Religion und Land unterschiedlich ausfällt, nicht unterschätzen, stelle aber die Behauptung auf, dass nicht jeder Polizeibeamte ungetrübte Freude beim Umbringen einer Frau empfindet. Wie einfach hätte man es hier mit sogenannten RoboCobs. Programmieren, dass unverschleierte Frauen von der Straße zu fangen und falls sie sich nicht einsichtig zeigen, zu töten sind, fertig. Ich gehe davon aus, jede Frau und sei sie noch so couragiert, wüsste, wie es für sie endete, würde sie sich mit einem zentnerschweren Metallmonster anlegen.

Noch effektiver wäre es, Frauen gleich bei der Geburt einen Gehirnchip zu implantieren. Die entsprechenden Anweisungen müssten dann lediglich von einem Zentralcomputer gesendet werden.

Wie RoboSoldaten gegen eine aufständische Bevölkerung vorgehen würden lässt sich aus diesem Beispiel herleiten.
 

Zweites Beispiel: Zurück in den Westen.

Nehmen wir an, man forscht hier an einem neuen Wirkstoffprinzip, testet dies an Labortieren, diese sterben nach einer gewissen Zeit, weshalb die Genehmigung, an menschlichen Probanden zu testen, nicht erteilt wird. 

Nehmen wir weiterhin an, einige Jahre später entweicht aus einem Labor für Biowaffenforschung ein Virus und verbreitet sich über den Erdball, was man zum Anlass nimmt, doch noch eine Genehmigung für das neue Wirkstoffprinzip, das man jetzt als Impfung ausgibt, zu ergattern und zwar nicht nur für freiwillige Probanden, sondern für die Bevölkerung so gut wie aller Staaten. Ohne RoboCops würde es vermutlich nicht gelingen, die Weltbevölkerung mit dem neuartigen Präparat zu behandeln. Abgesehen davon, dass die personalen Kapazitäten fehlten, Versuchsunwillige sämtlich aufzuspüren, müsste immer damit gerechnet werden, dass bei Polizei, Feuerwehr und im Gesundheitswesen ebenfalls kritische Geister mit Versuchsunwilligen kooperierten. Es bliebe also ungewollt eine Kontrollgruppe übrig. Je nachdem, wie die Behandelten sich entwickeln, könnte eine Kontrollgruppe lediglich durch ihre unversehrte Existenz die Verantwortlichen noch nach Jahren oder auch Jahrzehnten in große Schwierigkeiten bringen.

RoboCops oder auch RoboDocs wären hier eine sichere Methode, aber auch niemanden entkommen zu lassen. Allein die Pflicht, einen für KI auch aus größerer Entfernung erkennbaren QR-Code bei sich zu tragen, würde jeden Widerstand unmöglich machen. Gar nicht davon zu sprechen, dass kein programmierter Roboter einen Abtrünnigen aus welchen Gründen auch immer laufen lassen oder ihm gar helfen würde, wozu jeder menschliche Aufseher jederzeit in der Lage wäre.

Im Roman Blade Runner heißt es dazu:

[…] Er sagte heiter: „Wenn er ein Android wäre, würde er uns spätestens morgen früh um zehn anzeigen. Danach würde er zur Arbeit gehen und das wäre es dann gewesen[...]
 

An diesen beiden Beispielen zeigt sich, wie gefährlich es werden kann, wenn KI in die Hände undemokratischer Systeme gerät. Es würden Diktaturen entstehen, unentrinnbar, wie wir sie bislang nur aus Sci-Fi-Romanen kennen.

Dennoch wird die KI Entwicklung fortschreiten und vermutlich zum größten Umbruch in der Geschichte der Menschheit führen. Dieser Text beleuchtet natürlich lediglich ein Minimum an Nutzen und Gefahren aus Sicht einer Laiin. Wovon man aber wahrscheinlich ausgehen darf ist, dass selbst Fachleute auf diesem Gebiet das wahre Ausmaß an Nutzen und Gefahren noch nicht überblicken können.


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https://technikmuseum.berlin/ausstellungen/sonderausstellungen/zu-gast-bei-uns-mission-ki/
 

https://www.ingenieur.de/karriere/arbeitsleben/ki-in-der-arbeitswelt-zwischen-chancen-und-angst/


https://www.fischerverlage.de/buch/philip-k-dick-blade-runner-9783596297702


https://www.welt.de/wirtschaft/article256294604/Neura-Robotics-Dieser-Roboter-ist-die-deutsche-Antwort-auf-Elon-Musks-grosse-Hoffnung.html?source=puerto-reco-2_ABC-V46.0.C_current




Familie Özoğuz: Aydan und ihre Brüder Javuz und Gürhan

  Warum die Distanzierung der SPD-Politikerin von der politischen Agenda ihrer Brüder unglaubwürdig ist     Text und Foto: Birgit Gärtner   ...