Die Demokratie hat viele Feinde - und Feindinnen
Text: BG
Warum der „Kampf gegen Rechts“ nicht bei Neonazis und Pegida aufhören darf
Heute bekam ich eine Einladung
von einem Bekannten zu einer Diskussionsveranstaltung zum Thema „Kultur braucht
Vielfalt“. Bezogen auf Hamburg soll diskutiert werden, inwieweit friedliches
Zusammenleben aller unterschiedlichen Kulturen in unserer schönen Stadt gewährleistet
werden kann. Dieses friedliche Zusammenleben scheint nur von einer Seite bedroht
– vom Rechtspopulismus. Das jedenfalls ist dem Begleittext zu entnehmen. Nun
soll diskutiert werden, welchen Beitrag Kultur im „Kampf gegen Rechts“ leisten
kann.
Ehrlich, es nervt allmählich.
Erstens ist Vielfalt nicht zwangsläufig
Kultur:
Die (Voll)verschleierung von
Frauen und Mädchen ist keine Kultur, der wir uns irgendwie annähern,
geschweigen denn sie akzeptieren müssten, sondern Barbarei.
Zwangsehen sind keine Kultur,
sondern Barbarei.
Kinder-Ehen sind keine Kultur,
sondern Barbarei.
Genitalverstümmelung – von Mädchen
und Jungen – ist keine Kultur, sondern Barbarei. Homosexuelle an Baukränen
aufzuknüpfen, sie von Hochhäusern zu stürzen oder an LKW-Reifen zu binden und
zu verbrennen ist keine Kultur, sondern Barbarei.
Ehrenmorde sind keine Kultur,
sondern Barbarei.
Frauen, Kinder und sehr junge
Männer zu prostituieren ist keine Kultur, sondern Barbarei.
Sex-Tourismus ist keine Kultur,
sondern Barbarei.
Zweitens ist die Demokratie
nicht nur von „bio-deutsch“ „Rechts“ bedroht, sondern auch durch türkische Faschisten, religiösen
Extremismus, islamischen Terror, der in mehr besteht als Bomben werfen sowie die
Zunahme von Gewalt gegen Frauen und Kinder.
Wer eine angreift, greif die ganze Gesellschaft an
Femizide insgesamt sind offenbar
mittlerweile integraler Bestandteil unserer „Kultur“, so dass es kaum jemanden
interessiert, ob eine von ihrem (Ex)-Mann oder Partner ums Leben gebracht wird.
Nur mal zum Vergleich: 169
Menschen wurden dokumentiert seit 1990 von Rechtsextremen ermordet. Den Hinterbliebenen
und unserer Gesellschaft insgesamt gönne ich jedwede und die größtmögliche Aufmerksamkeit
und endlich entsprechende politische und juristische Maßnahmen, damit
rassistisch motivierte Morde nicht wieder passieren; auch keine rassistisch
motivierten Über- und Angriffe, Beleidigungen und Bedrohungen, face to face
oder auch im Internet.
169 Morde in 28 Jahren. Zur Erinnerung:
als eine von wenigen habe ich rassistisch motivierte Morde vor 1990 dokumentiert,
oder das zumindest versucht, da die Datenlage sehr dünn ist.
Also, 169 Morde in 28 Jahren. Im
Vergleich dazu: Rund 150 Frauen werden pro Jahr von ihrem (Ex)-Mann oder Partner
umgebracht. Nahezu jeden Tag versucht ein Mann, seine (Ex)-Frau oder Partnerin
umzubringen, rund 150 Frauen pro Jahr überleben dies nicht. Wenn ich mir die
Zahlen für 2019 anschaue, werden es am Ende dieses Jahres vermutlich mehr ermordete
Frauen sein als in den Vorjahren. In den meisten dieser Fälle gibt es eine Vorgeschichte,
in der sie sich schutzsuchend an die Polizei wandte. In den meisten dieser
Fälle war die Trennung der Grund für den versuchten oder vollendeten Mord. Der
gefährlichste Moment für eine Frau in einer Beziehung ist, wenn er begreift,
dass sie wirklich geht. In den meisten Fällen wird es juristisch allerdings
nicht als Mord gewertet, sondern als Totschlag, bzw. Körperverletzung mit
Todesfolge. In vielen Fällen sind Sorgerechtstreits der Hintergrund für
jahrelange Streitereien, die nicht nur für die Frauen, sondern häufig auch für
die Kinder tödlich enden.
Abgesehen von diesen Morden werden Frauen insgesamt
seltener Opfer von Straftaten gegen das Leben als Männer, aber sie überleben
diese seltener als Männer. Was daran liegt ist, dass sie ihren Angreifern körperlich
unterlegen sind.
Insgesamt ist Gewalt gegen
Frauen – und Kinder und männliche Jungerwachsene – ein großes Problem unserer
Gesellschaft. Gewalt gegen Frauen ist in den vergangenen Jahren mit aller Macht
in die Öffentlichkeit zurückgekehrt. Das hat – nicht nur, aber auch – was mit
der viel gerühmten schönen bunten Vielfalt zu tun, die in vielen Fällen ebenfalls
keine Kultur, sondern schlicht eine Bedrohung ist. Frauen verschwinden zunehmend
und spürbar aus dem öffentlichen Leben. Das ist nicht nur ein Frauenproblem, sondern
eines der gesamten Gesellschaft. Sollte es zumindest.
Gewalt gegen Kinder, z. B. in Form
von Pornographie und Prostitution, hat durch das Internet enorm zugenommen. Daran
– um das nicht zu verschweigen – sind auch viele Frauen als Täterin beteiligt.
Diese aufgeführte Gewalt ist
nicht nur ein Angriff auf die jeweils betroffene Person, sondern ein Angriff
auf unsere gesamt Gesellschaft. Eine Gesellschaft kann sich nur entwickeln,
friedliches Zusammenleben ist nur möglich, wenn Frauen und Kinder friedlich und
sozial abgesichert leben können.
Derlei Diskussionsrunden vermisse
ich leider in der schönen bunten Kulturwelt, im Gegenteil, neuerdings ist Verherrlichung
der Barbarei in den Kulturbetrieben groß in Mode (im wahrsten Sinne des
Wortes).
Alles, was „gegen Rechts“ gilt, gilt auch in Hinsicht auf türkische
Faschisten und islamische Fundamentalistinnen
2013 habe ich anlässlich eines
Skandals bei Amazon zum Thema Rechtsextremismus und das Sicherheitsgewerbe
recherchiert. Diese Recherchen ergaben, dass es in Ostdeutschland quasi kein
Sicherheits-Unternehmen gibt, bei dem keine Neonazis eingestellt sind und auch
in Westdeutschland Neonazis gern bei Security-Firmen anheuern; sie ergaben,
dass durch Neonazis beim Wachschutz z. B. rechtsextreme Hooligans in Dortmund
in Westfalen-Stadion gelangen können; sie ergaben, dass diese Unternehmen Asylunterkünfte
„sichern“ (das wusste ich vorher schon), dass sie größere und kleinere
Festivitäten „absichern“; dass sie Objekte und Gebäude der Bundeswehr „absichern“.
Meine Recherche führte zu einer
Anfrage mehrere damaliger Abgeordneter der Linksfraktion im Bundestag. Gefragt
wurde u.a., inwieweit die Bundesregierung über Erkenntnisse verfügt, ob es
Verbindungen zwischen Neonazis in den Kasernen und Neonazis beim Wachschutz
gibt. Dass es Neonazis in der Bundeswehr gibt, ist spätestens seit Ende der
1970er bekannt, seit u.a. Jürgen Pomorin das aufdeckte. Ferner wurde abgefragt,
inwieweit die Bundesregierung Erkenntnisse darüber hat, ob es einen
Zusammenhang gibt zwischen verschwundenen Waffen und Munition aus Kasernen,
Neonazis bei der Bundeswehr und Neonazis als Sicherheitsleute vor der Kaserne.
Die Antwort der Bundesregierung lautete lapidar: Darüber haben wir keinerlei
Erkenntnisse. Das galt für die gesamte Anfrage.
Jahre später wurden
Neonazi-Netzwerke bei der Bundeswehr und der Polizei aufgedeckt. Großes Trara,
viel passiert ist bis dato nichts.
Kürzlich habe ich beim MAD eine
Anfrage gestellt, welche Erkenntnisse es über religiösen Extremismus bei der
Bundeswehr gibt. Diese Anfrage war ihnen keine Antwort wert. Türkische
Faschisten, religiöse Fanatiker oder Salafisten bei der Polizei oder schlicht
brave auf die heilige Familie eingeschworene Clanmitglieder im Dienste
bundesdeutscher Behörden, wer fragt danach?
Auch türkische Faschisten und
Salafisten heuern offenbar gern bei Security-Firmen an, oder gründen selber
welche. Worst-Case-Scenario: Ein Salafist als Security am Flughafen, der seine
Gesinnungsgenossen mitsamt der Bombe im Koffer durchlässt. Wer kontrolliert
das? Wer nimmt diese Gefahr ernst?
Vor noch längerer Zeit habe ich
zum Thema Rechtsextreme und Kampfsport recherchiert. Anlässlich eines
Boxturniers, das von einem angeblich ausgestiegenen Neonazi ausgerichtet wurde,
auf dessen Teilnehmerliste allerdings mehrere aktive braune Kameraden standen. Das
Ergebnis war an sich wenig überraschend: Die braunen Kameraden halten auf sich
und stählen ihre Körper. Mit solchen Exemplaren hab ich vor „Club 88“ in
Neumünster schon persönlich nähere Bekanntschaft gemacht.
Es ist interessierte damals niemanden.
Jahre später die große Erkenntnis: Neonazis machen Kampfsport. Sach bloß …
Ich verrate Euch noch was:
Neonazis machen Kampfsport, die Szene ist zudem verbunden mit Tattoo-Studios.
Das heißt nicht, dass jedes Kampfsport- und Tatto-Studio eingebunden ist in die
rechtsextreme Szene.
Ich verrate Euch noch was: Auch
türkische Faschisten, Salafisten und „gemäßigte“ islamische Fundis stehen auf
Kampfsport. Das weiß ich aus meinem persönlichen Umfeld seit Jahrzehnten, das
habe ich im Zusammenhang mit salafistischen Umtrieben in Ostwestfalen
recherchiert.
Wer wird sich dieses Themas
annehmen?
Diese gut ausgebildeten muslimischen
Kampfmaschinen sind übrigens in erster Linie eine Gefahr für den muslimischen
Teil der deutschen Bevölkerung, bzw. für
jene, die sie für Muslime und Musliminnen halten und die sich ihrer Ansicht
nach entsprechen zu verhalten haben. Sie sind eine Gefahr auch für muslimische
Einrichtungen, denn bei einem nicht geringen Teil der angeblich dem „antimuslimischen
Rassismus“ entspringenden Angriffe, ist in Wahrheit inner-muslimische Rivalitäten
die Ursache. Sie sind eine Gefahr für Minderheiten aus islamische geprägten
Ländern, Aleviten, Kurdinnen, Jesidinnen, Atheisten und Ex-Musliminnen,
Homosexuelle.
Auch hier gilt: Jeder Angriff,
jeder Anschlag gilt nicht nur der betroffenen Person, sondern der gesamten
Gesellschaft.
Unabhängig von Gewalt: Wann wird
bei derlei Kulturveranstaltungen mal diskutiert, wie viel Zwist und Zwietracht die
Einflussnahme Erdoǧans auf die „Auslandstürken“, wie viel Zwist und
Zwietracht die Rivalitäten zwischen dem türkischen Präsidenten und seinem
früheren Spezi Fetullah Gülen in unserer Gesellschaft säen? Welche Bedrohung,
ganz legal, von Organisationen ausgeht, deren Anliegen es ist, alle Menschen aus
dem Kulturkreis fundamental-islamisch zu uniformieren? Welche Auswirkungen das
auf die entsprechenden Communities, letztlich auf unsere gesamte Gesellschaft hat?
Und inwieweit Kultur einen Beitrag für eine Vielfalt leisten kann, die dem
Gedanken der Menschenrechte verpflichtet ist?
Alle sind mit der Organisierten Kriminalität verbandelt
Aktuell sind „kriminelle Clans“
in aller Munde. Sie sind Teil der Organisierten Kriminalität. Die ersten kriminellen
Clans, die in Westdeutschland für Schlagzeilen sorgten, waren Rockerclubs,
wenngleich diese natürlich keine Clans im Sinne von familiär verbunden sind. Sie
sind eher sektenmäßig auf Macht und Unterwerfung, auf Befehl und Gehorsam
getrimmt, die Mitglieder unterliegen einem strengen Verhaltenskodex, die
Gruppierungen leben nach ihren eigenen Regeln, die sich häufig gegen die
Gesellschaft richten. Sie betrachten die Gesellschaft als Beutegesellschaft,
weniger durch Raub, sondern indem Frauen versklavt und prostituiert, Frauen,
Kinder und sehr junge Männer, ökonomische Interessen gewaltsam durchgesetzt, und gewaltsam untereinander ausgehandelt werden. Das ist der Ursprung der
Organisierten Kriminalität, in der neben Frauen auch mit Waffen und Drogen
gehandelt wird.
Sowohl die rechtsextreme Szene
als auch das islamisch/salafitische Milieu docken daran an. Sie finanzieren
sich durch Prostitution und Drogenhandel und brauchen Waffen, die zumindest zum
Teil auf dem Schwarzmarkt erworben werden müssen. Die „alten“ Rockerclub-Strukturen
werden inzwischen von muslimisch-geprägten jungen Wilden aufgemischt.
In dem Aktionsfeld Organisierte
Kriminalität ist auch die italienische Mafia gut dabei. Die ´Ndrangheta gilt
als größter Akteur im Kokainhandel. Sie beeinflusst die Bauindustrie und den
Immobilienhandel – und zwar nicht positiv.
Und um der ganzen Wahrheit die
Ehre zu geben: In all den angesprochenen Bereichen mischen Frauen munter mit.
All das Genannte – und hinzu
kommt noch der sich ausbreitende christliche Fundamentalismus – hat massive Auswirkungen
auf unsere Gesellschaft, auf die innere und soziale Sicherheit. All das muss
adressiert werden beim „Kampf gegen Rechts“. Nicht MITgemeint, sondern gemeint!
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