Zwangseinweisung und Zwangsmedikation
Text Juliane Beer
Am Morgen des 11. Januars ging auf telegram die Meldung um, dass eine betagte Jüdin in die Psychiatrie eingeliefert und zuvor zwangsgespritzt werden sollte. Zwangsgespritzt deshalb, weil sie das Präparat, seit 2021 umgangssprachlich als Corona-Impfung bezeichnet, abgelehnt habe. Ihre Betreuerin habe aber entschieden, dass gespritzt werden solle. Das Amtsgericht Stuttgart habe dem zugestimmt.
Eine telegram-Posse, so makaber wie geschmacklos, dachte ich zunächst. Obwohl sich seit drei Jahren sämtliche Maßstäbe verschoben haben und mir das vollkommen bewusst ist, konnte ich nicht glauben, was ich las. Oder wollte es nicht.
Die alte Dame sollte am Morgen von zuhause abgeholt werden, laut Bericht kamen auch tatsächlich zwei Polizisten und ein Schlosser. Mir stockte beim Lesen für einen Moment dann doch der Atem. Die letzte und logische Konsequenz dieses Medikamentenversuchs - Menschen mit Polizeigewalt zum Spritzen abholen - wäre dies. Im vorliegenden Fall allerdings hätte jemand der Frau geholfen zu fliehen, sie war nämlich nicht mehr da. Ich klickte telegram weg und trotzdem spukte die Geschichte mir weiter durch den Kopf. Warum nicht Realität? Der deutsche Blutrausch ist doch lediglich und mit viel Sorgfalt zugedeckt, unter mit kitschig bunten Parolen bedruckten Lumpen.
Die Meldung über die gerichtlich angeordnete Zwangseinweisung in die Psychiatrie und vorherige zweifache Zwangsimpfung im Abstand von zwei Wochen der Inna Zhvanetskaya*, Shoa-Überlebende, geb. am 20. Januar 1937, stellte sich am Abend des 11. Januars als wahr heraus, was ich bis zum letzten Moment nicht glauben wollte.
Ich bin derart fassungslos, dass ich mir seit Stunden Entschuldigungen für die Täter zurechtlege. Ich bin nicht in der Lage zur Kenntnis zu nehmen, dass in Deutschland wieder Menschen abgeholt und zu Medikamentenversuchen gezwungen werden. So sage ich mir, um mich zu beruhigen, dass Richterin und Betreuerin schlichtweg so einfältig sind, zu glauben, dass das experimentelle Medikament eine wirksame Impfung sei. Aber wie dumm müssen sie dann sein? Selbst auf offiziellen Seiten räumt man seit Monaten endlich ein, dass das Präparat weder vor Ansteckung noch vor Krankheit noch vor Weitergabe schütze. Zudem, dass die aktuellen Varianten kaum mehr Menschen ins Krankenhaus brächten. Auch über die Gefahren des Präparats wird inzwischen berichtet. Darf eine Betreuerin, die intellektuell nicht in der Lage ist, sich zu informieren bzw. nicht in der Lage ist, Informationen zu verarbeiten und somit ihre Betreuten gefährdet, überhaupt diesen Beruf ausüben? Und was ist mit der Richterin?
Oder wollen beide nicht wahrhaben, dass man sie und Millionen weitere Menschen betrogen hat und spielen sie das Spiel nun einfach weiter, bis es nicht mehr geht?
Als wahr hat sich ebenfalls herausgestellt, dass Aktivisten Inna Zhvanetskaya in Sicherheit gebracht haben, am 11. Januar vor sieben Uhr, also bevor Polizei und Schlosser anrückten, um die Frau abzuholen. Genaues und wie es jetzt weitergeht wird sich zeigen. Das Amtsgericht Stuttgart möchte laut telefonischer Auskunft keine Pressemitteilung herausgeben. Ich möchte nicht weiter spekulieren.
Eines ist sicher: Etwas wie die Shoa wird in Deutschland nicht mehr geschehen, das ist mir soeben wieder klar geworden. Aber es wird nicht etwa deshalb nicht mehr geschehen, weil der Großteil der Menschen gelernt hat, sondern deshalb, weil eine Minderheit der Menschen aufpasst. Und das ist ebenfalls eine gute Nachricht.
Dass ein "Beauftragter gegen Antisemitismus" (siehe Beitragsbild) jetzt über "Verschwörungsmythen" lamentiert und zur Besonnenheit aufruft ist an Widerwärtigkeit nicht zu überbieten. Nicht er oder einer der zahllosen vollalimentierten Nie-Wieder-Sesselfurzer haben die Frau in Sicherheit gebracht, sondern nach momentanem Stand der Dinge erledigten dies couragierte Menschen aus zivilem Ungehorsam.
*https://en.wikipedia.org/wiki/Inna_Abramovna_Zhvanetskaia
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