Jahr eins nach Veröffentlichung der RKI-Sitzungsprotokolle
Ein Jahr ist es her, dass Sitzungsprotokolle des Robert Koch Instituts veröffentlicht wurden. Vor dem Berliner Institut hält man seit 2022 Mahnwachen ab, im Münchner Massel-Verlag wurde soeben ein Buch rund um Fragen zu den Protokollen veröffentlicht. Und mich treibt eine Frage um.
Text und Fotos Juliane Beer
Jeden Montag von 12:00 bis 14:00 Uhr steht vor dem Berliner Robert Koch Institut eine Gruppe Aktivisten, hält eine Mahnwache ab, möchte u.a. daran erinnern, dass vor einem Jahr Sitzungsprotokolle des RKI aus der Corona-Zeit veröffentlicht und der Bevölkerung zugänglich gemacht wurden. Am vergangenen Montag kam ich mit den Aktivisten vor Ort ins Gespräch. Tenor: Man staune, wie wenig Empörung sich in der “betrogenen“ Bevölkerung nach Veröffentlichung der Protokolle breit mache. Meine These, dass die meisten Menschen sich ungern ausgiebig damit befassen möchten, betrogen worden zu sein und womöglich längerfristige und/oder Spätschäden davon zu tragen, war den Aktivisten durchaus nicht neu. Dennoch...
Den Leute, die jeden Montagmittag anprangern, dass ein demokratischer Supergau wie 2020 bis 2023 bislang relativ folgenlos blieb, gilt meine Hochachtung.
Mir stellt sich in Sachen RKI-Sitzungsprotokolle allerdings eine weitere Frage.
Von vorne:
Im Juli 2024 wurden, vermutlich von einer/einem Mitarbeiter/in, Corona-Sitzungsprotokolle des Robert Koch Instituts der Aktivistin und Publizistin Aya Valeskes zugespielt, die diese dann veröffentlichte. Aus den Protokollen geht unmissverständlich hervor, dass, anders als bis 2024 von Politik und Medien behauptet, nicht die Regierung dem Rat der Wissenschaft folgte, sondern die Regierung das RKI anwies, die gewünschten Argumente zur Durchsetzung der Corona-Maßnahmen zu liefern. Von der Politik festgelegte Maßnahmen wie Hausarrest, das Tragen von Arbeitsschutzmasken (auf deren Packung der Warnhinweis, das Produkt schütze nicht vor Viren) oder der Druck, sich an einem Versuch mit einem experimentellen Präparat zu beteiligen, konnten der weitgehend ahnungslosen Bevölkerung damit als wissenschaftsbasiert verkauft werden.
Kritische Stimmen wurden von Politik und Medien mit lächerlichen Appellen wie etwa dem unwissenschaftlichen Aufruf „der (einen!) Wissenschaft“ zu folgen zum Schweigen gebracht, Kritiker, die nicht klein bei gaben, wurden ihrer Reputation oder ihrer Ämter enthoben.
Allein dies ist natürlich jedem demokratisch gesinnten Menschen Skandal genug. Doch wenn diejenigen, die während der Corona-Jahre im Gleichschritt mit den Regierenden marschierten und teilweise noch immer die politischen Maßnahmen lauter verteidigen als mittlerweile die, die sie auf den Weg gebracht hatten, aus den RKI-Protokollen nicht den Anflug eines demokratischen Bankrotts herauslesen, ist auch das verständlich. Wird eine Regierung von erwachsenen Menschen mit Vater oder Mutter bzw. mit beiden verwechselt, dürften eben diese RKI-Protokolle sehr vermutlich als Überfürsorglichkeit der vermeintlichen Eltern gelesen und verteidigt werden. Die Eltern entschieden zu streng, ja, aber das zeige doch nur, wie besorgt sie um das Wohl der vermeintlichen Kinder waren. Dass die vermeintlichen Eltern nicht nur zu streng waren, sondern es auch mit der Wahrheit nicht so genau nehmen bewies übrigens gerade gestern, am 21. August 2025, Virologe Christian Drosten, Übervater alter Corona-Kinder. Im Corona-Untersuchungsausschuss in Sachsen behauptete er, ein gewisses Papier der Leopoldina, verziert mit seiner Unterschrift habe keine allgemeine Impfpflicht gefordert.
Drosten am 21. 8. 2025 zu jener Leopoldina-Empfehlung vom 27.11.2021:
Zitat: "Da steht nicht drin, dass wir eine Impfpflicht für die gesamte Bevölkerung empfohlen haben" Zitat Ende.
Die Leopoldina-Empfehlung vom 27.11.2021:
Zitat "[...]die Vorbereitung zur Einführung einer allgemeinen Impfpflicht unter Berücksichtigung der dafür erforderlichen rechtlichen und sozialen Rahmenbedingungen [...]"Zitat Ende
Zitat "[...]Auch die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht ist unter den aktuellen, vor einem Jahr so nicht vorhersehbaren Umständen ethisch und rechtlich gerechtfertigt: als letzte Maßnahme, um eine Impflücke zu schließen, die sich augenscheinlich anders nicht beheben lässt. Nur so können die Bürgerinnen und Bürger unserer Gesellschaft vor weiteren desaströsen Folgen bewahrt werden[...]" Zitat Ende
https://leopoldina.org/fileadmin/redaktion/Publikationen/Nationale_Empfehlungen/2021_Coronaviurs-Pandemie_Klare_und_konsequente_Ma%C3%9Fnahmen.pdf
Eine Falschaussage vor einem Untersuchungsausschuss ist strafbar.
Nebenbei: Mit alten Kindern über die RKI-Protokolle bzw. die Corona-Maßnahmen zu diskutieren, wie es immer wieder versucht wird, werte ich als Überheblichkeit. Man müsste weit vor Corona ansetzen, nämlich da, wo Autonomie und das Loslösen von Autoritätspersonen seinen Anfang nimmt und dazu sind die allermeisten von uns schlichtweg nicht ausgebildet. Eigentlich überflüssig zu erwähnen, dass es die Infantilen bis heute wenig bis gar nicht belastet, wie sehr die wirklichen Kinder während der Corona-Jahre gelitten haben.
Was sich allerdings lohnt ist, die Aussage „Die RKI-Protokolle bergen keinen Skandal“ noch einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Plötzlich scheint eben diese Aussage nicht lediglich von Infantilität oder einer uneingeschränkten Bereitschaft, einer Autorität zu gehorchen, zu zeugen. Doch zunächst:
Fledermaus oder Labor
Es verdichten sich die Indizien (Furinspaltstelle, Patent am Corona- Virus der Firma Moderna vor 2020, örtliches Auftreten von Coronaviren im Abwasser vor 2020 usw.) dass das Corona-Virus eben nicht von einer Fledermaus auf den Menschen übergesprungen ist sondern aus einem Gain of Funktion-Labor stammt, wo u.a. Viren so manipuliert werden, dass sie für Menschen sowohl infektiöser werden als auch schwerere Krankheitsverläufe auslösen können. In den USA ist die Labor-Theorie zu Corona bereits Konsens. Es kursiert zudem eine weitere Theorie, wonach das Virus eigentlich Produkt der Impfstoffforschung sei. Chinesische Fledermäuse sollten mit einem sich selbst verbreitenden Impfstoff gegen bereits bekannte Coronaviren immunisiert werden. Das, was wir als neues Corona-Virus kennenlernen durften, wäre bei dieser Unternehmung aus dem Labor entfleucht. Ob eine der beiden Theorien tatsächlich zutrifft oder etwas völlig anderes geschah, werden weitere Untersuchungen innerhalb der nächsten Jahren zeigen.
Und dann?
Würde sich die eine oder die andere Laborthese bestätigen, sähen sich beteiligte oder mitwissende Regierungen spätestens nach Corona Lockdown und Impfkampagne einer Flut von Schadensersatzforderungen ausgesetzt. Der Corona-Ausbruch wäre keine "Naturkatastrophe" mehr, keine Zoonose, also Übertragung eines Virus von Tier auf Bevölkerung, sondern menschengemachtes Werk, womöglich aufgrund nicht ausreichender Sicherheitsvorkehrungen, will man das Hantieren mit gefährlichen Viren, die im schlimmsten Fall tatsächlich unzählige Menschenleben kosten könnten, nicht von vorne herein verurteilen und somit verbieten.
Wie verschmerzbar wirken dagegen Sitzungsprotokolle einer Behörde, also Zeugnisse, dass eine überfürsorgliche Politik, die doch eigentlich nur ihre “Kinder“ schützen wollte, aus Sorge um diese übers Ziel hinaus schoss?
Auffallend ist, dass in den RKI-Protokollen keine nennenswerten Hinweise zum Ursprung des Corona-Virus zu finden sind, keine Fragen, keine Hinweise darauf, wer etwas dazu hätte wissen können. War man an dieser Frage nicht interessiert? Die wichtigste Frage rund um die gesamte Zirkusvorstellung war nicht der Rede wert? Eigentlich überflüssig zu erwähnen, dass jede sich als demokratisch bezeichnende Regierung ungleich lieber als überfürsorglich ( mit allen daraus resultierenden Fehlern in einem derart unvorhersehbaren Fall) in die Geschichte eingehen will als einzuräumen, dass bei gefährlicher Forschung zu fragwürdigen Zwecken ohne ausreichende Sicherheitsvorkehrungen ein Unfall geschah, der zu nicht absehbaren Folgen für die Bevölkerung weltweit hätte führen können.
Insofern könnte man sich fragen, ob das Durchstechen (lektorierter) RKI-Sitzungsprotokolle an eine Person mit starker online-Präsenz nicht vielleicht sogar absichtlich geschah um von weitaus heikleren Fragen zu dem Virus-Ursprung sowie der Zukunft der Gain of Funktion-Foschung abzulenken.
Wie es sich auch verhalten mag - die RKI-Sitzungsprotokolle sind mindestens ein Zeugnis dessen, dass Grundrechte auch in einer westlichen Demokratie lediglich in Zeiten guten Wetters Gültigkeit besitzen und ein Großteil der Bevölkerung allzu bereit ist, sich sinnlosen Anordnungen zu fügen, wenn von einer Regierung (am Parlament vorbei) so gewollt.
Man kann davon ausgehen, dass eine vollständige Klärung der Vorkommnisse rund um Corona noch Jahre dauern wird; wenn ein Großteil der Bevölkerung auch weiterhin wenig bis kein Interesse daran zeigt, womöglich bis zur nächsten Generation. Doch gerade solche Wissenschaftler, deren Thesen sich inzwischen bewahrheitet haben, ohne dass sie von Medien und Politik rehabilitiert werden, werden sehr vermutlich nicht locker lassen.
Wessen Interesse nun doch geweckt ist, wer sich aber dennoch nicht durch tausende Protokoll-Seiten arbeiten möchte: Soeben ist das Buch Vereinnahmte Wissenschaft erschienen, das sich der wichtigste Passagen annimmt. Die Beiträge schrieben Autoren aus den Bereichen Wissenschaft, Politik, Psychologie, Journalismus, Rechtsordnung:
Aya Velázquez / Bastian Barucker / Paul Schreyer / Philippe Debionne / Frauke Rostalski / Ruth Schneeberger / Wolfgang Kubicki / Elke Bodderas / Volker Boehme-Neßler / Oliver Hirsch / Kai Kisielinski / Franziska Meyer-Hesselbarth / Sebastian Lucenti / Svenja Flaßpöhler / Elisa Hoven / Juli Zeh / Valeria Petkova / Alexander Konietzky / Sabine C. Stebel
Zu beziehen ist es hier:
https://www.masselverlag.de/Programm/Vereinnahmte-Wissenschaft/
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