Prostitution: Gewalt und Unterwerfung als Geschäftsmodell



(Quelle: http://box-magazin.com/wp-content/uploads/2017/02/BOX-285-online.pdf)
  Text: Birgit Gärtner

Die Prostitutionslobby, wie sie leibt und lebt

Darf ich vorstellen? Das ist Master André alias Dominus.



Master André alias Dominus arbeitet laut deren Webseite als „Dom“ im Dominastudio „Lux“ in Berlin. Die Uniform, die er trägt, ist eine Uniform der Wehrmacht, allem Anschein nach Rang "Unteroffizier Heer". Die Fotos sind nicht von der Webseite des „Lux“, sondern aus dem verlinkten Artikel.




 Das „Lux“ ist nicht irgendein Dominastudio, sondern das von Emma und Velvet Steel und Johanna Weber. Letztere wird aktuell in vielen Medien als Sprecherin des „Berufsverbandes erotische & sexuelle Dienstleistungen e.V.“ (BesD) zitiert, der sich damit rühmt, mit verschiedenen Gesundheitsämtern ein Hygienekonzept für den Betrieb von Bordellen, Studios, Modellwohnungen, Lovemobiles, etc. erarbeitet zu haben. Der BesD wurde am 13.10.2013 in Köln unter Anwesenheit von Vertretern des „Unternehmerverbands Erotikgewebe Deutschland“ UEGD) gegründet. Deren Anwesenheit ist der Dokumentation „Bordell Deutschland – Milliardengeschäft Prostitution“ zu entnehmen. Mit anderen Worten: Der BesD ist eine Lobby-Organisation des Rotlicht-Gewerbes. BesD und UEGD geben bisweilen auch gemeinsame Pressemitteilungen heraus.
Sie alle treten als vermeintliche „SexarbeiterInnen“ bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf, werden – auch von LINKEN – eingeladen.
Wer sich jetzt wundert, wieso Bordell- und StudiobesitzerInnen, also ZuhälterInnen als „SexarbeiterInnen“ geladen und gehört werden, die Lösung ist ganz einfach: der Begriff „Sexarbeit“, bzw. „Sexwork“ umfasst beides – ZuhälterInnen und Prostituierte.
Johanna Weber ist beim BesD laut Pressemitteilung für die Sparte „Politik“ zuständig. Diese betreibt sie angeblich als „Sexarbeiterin“. Doch wer ist Johanna Weber?

Politik – in wessen Interesse?
Johanna Weber ist eine der Gründerinnen des BesD, deren bürgerlicher Name Verena Johannsen lautet, eine studierte Pädagogin, die sich in offensichtlich in linken, feministischen Kreisen bewegt hat. Von daher ist ihr auch das Vokabular vertraut. Die sich dann dem Sport zuwandte, diverse Kurse belegte, und als Kursleiterin beim Sportbund Hamburg sowie dem Hamburger Laufwerk tätig war. Und u.a. feministische Sport-Events organisierte. Die sich dann als „die Ladenhüterin“ selbständig machte, und verschiedene Dienstleistungen für BetreiberInnen von Sportgeschäften anbot. Angefangen bei Schulungen bis hin zu Urlaubsvertretungen in den Läden selbst (http://www.dieladenhueterin.de/Verena_Johannsen/Home.html).
Das wurde ihr scheinbar zu langweilig, denn sie begann als Domina zu arbeiten. Ihre Spezialität als Domina waren „Schweinereien“. Was sie damit genau meint, erläuterte sie auf ihrer Website: „Natursekt“ (auf Männer urinieren), „Kaviar“ (auf Männer koten, auch direkt in den Mund), oder auch „Facefarting“ (sich auf das Gesicht des Mannes setzen und ihm in dasselbe furzen).
Auch das wurde sie über, so dass sie eine zufällige Begegnung nutzte, um sich gemeinsam mit Emma Steel und Velvet Steel mit dem Domina-Studio „Lux“ in Berlin selbständig zu machen. Dort wird allerdings offenbar nicht mehr auf Männer geschissen, sondern Dominas ausgebildet, und das Studio, also die Räume incl. der Spielzeuge, und, wenn es gewünscht wird, praktische Bedienungsanleitung, vermietet.
Mit anderen Worten: Johanna Weber, Mitbegründerin des Berufsverbands, gern gesehener Gast in Talkshows zum Thema Prostitution und geladene Expertin bei Anhörungen zum Thema ist überhaupt keine Prostituierte. Und war auch nie eine. Jedenfalls nicht im klassischen Sinne.
Wie auf der Webseite des Studio Lux zu lesen ist, praktiziert sie S/M, weil ihr normaler Sex zu langweilig ist (http://studioluxberlin.de/cms/studio-lux.html). Das ist ihr gutes Recht. Nur glaubt irgendjemand ernsthaft, Johanna Weber aka Verena Johannsen vertritt irgendjemanden außer sich selbst?
Der Webseite nach zu urteilen vermieten Weber und ihre Geschäftspartnerinnen Räume im Studio und bilden selbst Dominas aus. Die Dominas vermutlich, denen sie dann anschließend die Räume verbieten. In einigen Ländern stünde das als Zuhälterei unter Strafe. Ganz sicher aber hat es nichts mit dem zu tun, was Huschke Mau und andere Überlebende der Prostitution schildern und Hunderttausende Frauen jeden Tag in diesem Land durchleiden müssen.
Ob Master André alias Dominus die Wehrmachtsuniform auch im „Lux“ trägt, darüber kann nur spekuliert werden. Der Bericht über ihn, in dem er in jener Uniform abgebildet ist, kann von allen eingesehen werden. Schwer vorstellbar, dass ausgerechnet seine Kolleginnen ihn nicht gesehen haben sollten. Das würde bedeuten, sie tolerieren diesen Aufzug.

Master André alias Dominus stellt sich als Folterknecht dar
Besagten Bericht zu lesen hat mich einiges an Überwindung gekostet. Darin beschreibt er nichts anderes als sexualisierte Folter. Was Menschen antreibt, für eine derartige Demütigung und Misshandlung auch noch Geld zu zahlen, damit mögen sich Psychologen beschäftigen. Mich interessiert, wieso derartige Praktiken nicht als Folter verboten sind. Die Antwort ist relativ einfach: Weil die Gewalt einvernehmlich ausgeübt wird.
Zurück bleiben zwei Menschen, einer zutiefst gedemütigt und gequält, der andere in mehrfacher Hinsicht befriedigt.
Zu Maso gehört auch Sado. Insofern ist die Uniform schon gut gewählt, denn die Nazis träumten bekanntermaßen davon, die ganze Welt zu unterwerfen und die Unterwerfung mit brutaler Gewalt durchzusetzen.
Die Frage, die sich mir stellt, ist jedoch: Wie kann eine Person, die derartige Praktiken in ihrem Studio duldet, oder möglicherweise so oder ähnlich selbst praktiziert, eine Ansprechpartnerin für Medien, Behörden, Politik sein? Was hat die Linke/LINKE mit ihr zu schaffen?

Inside BesD
Pressesprecherin des Bundesverbandes ist Undine de Riviere, ebenfalls S/M-Lady in Hamburg, die ihre Dienste für 150 € aufwärts anbietet (http://www.bizarrlady-undine-hamburg.de/honorar.php).
„Ich lebe BDSM privat seit über zwanzig Jahren aus und bin seit über zehn Jahren zudem glücklicher und erfolgreicher Vollzeit-Profi“, ist auf ihrer Webseite zu lesen. Auch das ist ihr gutes Recht. Aber nochmal die Frage: Glaubt Ihr ernsthaft, diese Frau würde die geschätzt 200 – 400.000 Prostituierten in diesem Land in irgendeiner Weise repräsentieren?
Die Frauen aus dem Hamburger Wohnheim für obdachlose Frauen „Frauenzimmer“ etwa, die am Steindamm für ein paar € ihre zerstochenen Körper anbieten, um sich den nächsten Schuss leisten zu können?
Neben den Sprecherinnen gibt es beim BesD auch einen Vorstand, in den seinerzeit u.a. die Regensburgerin Tanja Sommer gewählt wurde. Die vierfache Mutter entdeckte den Beruf für sich, als sie geschieden, mittellos und ihrer Ansicht nach unattraktiv war. Sie arbeitet selbständig in einer so genannten Modellwohnung in Regensburg. Laut eines Portraits über sie, das in der Zeit erschien (http://www.zeit.de/2013/48/prostituierte-tanja/komplettansicht), kostet „eine Stunde Tanja“ 130,- €. Ca. 40 Termine von 25 verschiedenen Männern nimmt Tanja im Schnitt im Monat an. Dann bleibt für sie, nach Abuzg aller Kosten, ein Verdienst von etwa 5.000 € übrig. Kein schlechter Schnitt für eine Single-Mum.
In Regensburg tobte vor Jahren ein erbitterter Kampf um Prostitution (http://www.mittelbayerische.de/region/regensburg-stadt-nachrichten/stadt-will-prostitution-einschraenken-21179-art1043463.html):

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Die Domstadt will das Gewerbe gern aus der Innenstadt verbannen. In Sachen Straßenprostitution hat das schon gut geklappt. Bei den Modellwohnungen ist das allerdings schwieriger. Jedenfalls dann, wenn die Prostituierten die Wohnungen als Wohnraum anmieten, bzw. doppelt nutzen. Die Stadt müsste gegebenenfalls nachweisen, dass Wohnraum als Gewerberaum zweckentfremdet wird. Das ist aber nicht möglich, wenn die Frauen in den Wohnungen offiziell gemeldet sind.
Dabei ist bekannt, dass „junge Frauen – hauptsächlich aus Bulgarien, Rumänien und Ungarn – zwischen zwei und drei Wochen in die Modellwohnungen einziehen und dann wieder weitervermittelt werden. Insgesamt schätzt die Polizei die Zahl der Prostituierten in Regensburg auf 100, die Zahl ihrer ´Betreuer` oder ´Wohnungsgeber` auf 18.
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Mit anderen Worten: in den Modellwohnungen wird ein schwungvoller Handel mit jungen Osteuropäerinnen betrieben.
Was Tanja Sommer, die vergeblich versuchte, ihre damals 18jährige Tochter in das Gewerbe einzuführen, indem sie sie in einen Swinger-Club und auch zum Freier-Stammtisch mitnahm, der Zeit allerdings verschweigt: Sie war zu dem Zeitpunkt Wohnungsgeberin in Regensburg. War sie möglicherweise als Zuhälterin involviert in diesen schwungvollen Handel mit den jungen Osteuropäerinnen? Mittlerweile ist sie nicht mehr im BesD-Vorstand, und owhl auch nicht mehr im Geschäft, aber die "Wohnnungsgeberin" hat über Jahre im BesD gewirkt und diesen mit geprägt. 
Zur Erinnerung: Prostitution wurde 2001 unter einer rot-grünen Bundesregierung legalisiert. Das hatte zur Folge, dass mittlerweile Zig-Millionen Frauen diesem System schutzlos ausgeliefert waren und sind. Die PDS, später DIE LINKE, unterstützte die Legalisierung, alle drei Parteien halten bis heute daran fest.
Da stellt sich nochmal die Frage, was Linke/LINKE und Grüne damit zu schaffen haben? Was treibt Linke/LINKE und Grüne an, der Organisierten Kriminalität (OK) zuzuarbeiten? Denn die ist einzig Nutznießerin dieses Systems.
Linke/LINKE und Grüne gerieren sich gern als Antifaschistinnen und Antifaschisten. Vielleicht sollte euch mal jemand sagen, dass Prostitution auch eine Einnahmequelle des Thüringer Heimatschutzes war. Prostitution und Kinderpornographie.
Ach, das wisst Ihr schon?  Warum verdammt nochmal unterstützt Ihr dann immer noch diese uralte Form der Sklaverei?

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