Von Juden, Linken und dem fleckenreinen Gewissen
Text Juliane Beer Die Aufregung um den postkolonialen Theoretiker Achille Mbembe hat sich gelegt. Doch worum ging es deutschen Linken eigentlich? Vor ca. 2000 Jahren gelang es einem der zahllosen Wanderprediger, die umherzogen, von Gnade und Spenden ihrer Mitmenschen lebten, obwohl sie diese zu Umkehr und Buße mahnten, tatsächlich Aufmerksamkeit zu erlangen und, nicht zuletzt weil er sich als Sohn Gottes gerierte, die Geschichte der Menschheit fortzuschreiben. Eine jüdische Sekte, das Christentum, entstand. Obwohl Verzicht, Leiden und Selbstkasteiung Programm war, fand sich eine Anhängerschaft rund um den Erdball. Für die nächsten Jahrhunderte verbreiteten Funktionäre dieser Gesinnungsgemeinschaft die Kunde, Juden wären für den Tod des Gottessohns verantwortlich gewesen. Die Tatsache, dass Juden bekanntermaßen zu eben dieser Zeit keine Befehlsgewalt inne hatten, hinderte das Christentum nicht daran, sie dennoch als Mörder des Jesus Christus zu führen, welcher ...