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Es werden Posts vom Juli, 2021 angezeigt.

Veranstaltung zum Berliner Neutralitätsgesetz: öffentlicher Dienst und Weltanschauung

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  Text Juliane Beer Eine Forderung, die innerhalb einer aufgeklärten, multikulturellen Großstadtgesellschaft selbstverständlich sein sollte, nämlich, dass LehrerInnen, PolizistInnen, RichterInnen usw. weltanschaulich neutral gekleidet und geschmückt zum Dienst zu erscheinen haben, sorgt seit Jahren in Berlin für Kontroversen. Das Berliner Neutralitätsgesetz untersagt weltanschauliche Symbole im öffentlichen Dienst. 2020 hatte das Bundesarbeitsgericht die Regelung in Frage gestellt. Dennoch will Schulsenatorin Scheeres (SPD) am Berliner Neutralitätsgesetz festhalten, Justizsenator Behrendt (Bündnis 90/Die Grünen) hingegen will das Gesetz reformieren und damit religiöse Kleidung u.a. an Schulen und vor Gericht erlauben. Im September 2020 vertrat in Berlin zum ersten Mal eine Referendarin mit Kopftuch den Staat vor Gericht. Erteilt wurde die Freigabe vom Gemeinsamen Juristischen Prüfungsamt. Richter und Staatsanwaltschaft machten für diese Entscheidung allerdings Senator Behrendt v...

Stiftung würdigt den Kampf von Frauen gegen patriarchale, religiös determinierte Strukturen

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  Text: Birgit Gärtner Die Ingrid zu Solms-Stiftung zeichnete die afghanische Bürgermeisterin Zarifa Ghafari und die Initiative „Migrantinnen für Säkularität und Selbstbestimmung“ aus   Es gibt sie noch, die guten Nachrichten. Sogar für uns Frauen: Gestern wurde in Frankfurt der Menschrechtspreis der Ingrid zu Solms-Stiftung für die Jahre 2020 und 2021 verliehen. And the winners are: Zarifa Ghafari , Bürgermeisterin der afghanischen Stadt Maidan Shar, und die Initiative " Migrantinnen für Säkularität und Selbstbestimmung ".     💓  lichen Glückwunsch den Gewinnerinnen!   Stellen Sie sich vor, Sie haben einen neuen Job, wollen am ersten Arbeitstag gut gelaunt Ihre neue Stelle antreten und statt ebenfalls gut gelaunter, mindestens aber höflicher Kolleginnen und Kollegen erwartet Sie ein „ Männer-Mob“, der Sie „bedroht und daran …hindert“, Ihren „Dienst anzutreten“. Männer, „mit Stöcken bewaffnet“, die Steine nach Ihnen werfen. Unvorstellbar? Für uns ja,...

Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung

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   Text: Birgit Gärtner   Meine Meinung zum „Tag gegen anti-muslimischen Rassismus“ Musliminnen und Muslime – vor allem die reaktionären Islamverbände – ziehen gern die Opferkarte. Aber sind sie wirklich immer nur Opfer? Und falls ja – von wem? Musliminnen und Muslime präsentieren sich gern als Minderheit und als Opfer – sind aber weder das eine noch das andere, sondern verstehen sich als Angehörige der Umma, der muslimischen Weltgemeinschaft und werden primär Opfer der Verhältnisse, die sie unter Bezugnahme auf ihre Religion schaffen. Wenn sie gleichberechtigt unter und mit uns leben wollen, sollten sie folglich zu allererst im eigenen „Haus“, dem „ Dār al-islām“ ( Haus des Islams/die islamische Welt) für Ordnung sorgen, statt sich aufzuführen wie im „ Dār al-Harb “ (Haus des Krieges/Gebiete in denen der Islam nicht Staatsreligion ist), feindliches Terrain, das es zu erobern gilt. Wer ein „Dār-al-ahd“ (Haus des Vertrags, Gebiet des friedlichen Zusammenlebens) will, m...