Hinter den Kulissen der Vahdet Camii
Welche Verbindungen haben die Hamburger Islamverbände zu Terrororganisationen?
Kaum hatte das Jahr 2026 begonnen, war Hamburg in aller Munde: Der türkisch-stämmige SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Kazım Abacı teilte Bilder von einer Feierlichkeit in der Vahdet Camii im Hamburger Stadtteil St. Georg. Bizarre Szenen waren darauf zu erkennen: U.a. ein Bild von kleinen verschleierten Mädchen auf der Bühne vor einem ausschließlich männlichen Publikum. Diese Bilder machten in sozialen Medien schnell die Runde und nicht wenige Medien sprangen auf das Thema an. Zumal ruchbar wurde, dass diese Art Feierlichkeiten schon länger und auch in anderen Moscheen inszeniert werden, um Muslime von Silvesterparties fernzuhalten.
Doch leider blieben die Berichte – wie so oft – sehr vordergründig, kaum jemand machte sich die Mühe, die Hintergründe zu der Vahdet Camii zu recherchieren. Dieses Versäumnis sei hiermit behoben.
Kazım Abacı kommentierte die Bilder:
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Auf der Bühne sind kleine Mädchen mit Kopftuch zu sehen. Frauen sind überhaupt nicht sichtbar, und die Veranstaltung findet in einer komplett männlich geprägten Umgebung statt. Dies wirft ernsthafte Fragen in Bezug auf Kinderrechte, Gleichberechtigung und demokratische Werte in Deutschland auf.
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Die Veranstaltung, die seiner Einschätzung nach dazu dienen sollte, „Muslime von der Silvesterfeier auszuschließen“ und somit von der Mehrheitsgesellschaft zu separieren, bezeichnete er als „besorgniserregend und rückständig“. Besonders, weil schon Kinder in diesem Sinne indoktriniert werden.
Besorgniserregend fand er auch, dass sein Fraktionskollege, der ebenfalls türkisch-stämmige Ali Kazancı, auf den Bildern als Teilnehmer zu sehen war. „Dies wirft erhebliche Fragen zur Verantwortung gegenüber demokratischen Werten auf“, so Kazım Abacı.
Ali Kazancı wies diese Vorwürfe von sich und gab der Welt zufolge an, nicht während der gesamten Feierlichkeiten zugegen gewesen zu sein und während seiner Anwesenheit „keine problematischen Inhalte“ bemerkt zu haben.
Islamischer Fundamentalismus ist schon lange Mainstream
Das zeigt, dass der Fundamentalismus mittlerweile im Mainstream angekommen ist, denn in der Vahdet Camii ist nicht nur „problematisch“, dass an jenem Abend die Eroberung Mekkas gefeiert und dazu ein obskurer Prediger, Özkan Yaman, türkischer Kolumnist und Theologe sowie Hamas-Fanboy eingeflogen wurde, und auch nicht, dass in der Moschee laut dem Hamburgischen Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) Anhänger der „Türkischen Hizbullah“ (TH), bzw. der Nachfolgeorganisation „Hür Dava Partisi“ (Hüda-Par) verkehren, sondern alles an der Vahdet Camii ist problematisch, wie auch dem fundamental-islamischen Milieu, dem diese zuzurechnen ist.
Auf den Fotos war nicht nur der Bürgerschaftsabgeordnete Ali Kazancı zu sehen, sondern auch Fatih Yıldız, der Vorsitzende des „Rates der Islamischen Gemeinden in Hamburg“ (SCHURA). Das ist nicht verwunderlich, denn die Vahdet Camii bzw. das "Anatolische Zentrum für islamische Kultur und Forschung e.V." mit Sitz in Klein-Panislamistan, sprich Hamburg-St. Georg, ist Gründungsmitglied der SCHURA.
„Anatolisch“ steht übrigens für kurdisch, das dieses Bekenntnis umgangen wird, liegt indes nicht an der rassistischen Mehrheitsgesellschaft, sondern schlicht am Rassismus der Herkunftsgesellschaft.
Im türkischen Teil Kurdistans, genauer gesagt in der kurdischen Stadt Diyarbakir, wurde Anfang der 1980er Jahre die TR gegründet, quasi das islamische Pendant zur PKK. Beide traten ein für die Souveränität in den kurdischen Gebieten, die TR wollte allerdings die Scharia einführen. Im Jahr 2000 wurde die TR verboten und die Hüda-Par gegründet, die hiesigen Sicherheitsbehörden als Nachfolgeorganisation der TR gilt. Der Antwort des Senats auf eine Schriftliche Kleine Anfrage Kazım Abacıs zufolge, wurde Mitte 2023 das „Personenpotenzial der TH […] auf circa 90 Personen geschätzt“.
In der Türkei gibt es enge Verbindungen zwischen der Regierungspartei AKP und der Hüda-Par: Parteichef Zekeriya Yapıcıoglu sowie Sehzade Demir, Serkan Ramanli und Faruk Dinc kandidierten bei den Wahlen 2023 auf der Liste der AKP. Die Hüda-Par ging daraufhin auch in Hamburg auf Wahlkampftour. Wie die in Hamburg ansässige Post Gazetesi berichtete, stattete eine Abordnung der Partei, bestehend aus Mehmet Hüseyin Yılmaz und Abdurrahman Cens, in Begleitung des Vorsitzenden der Vahdet Camii, Vahdin Başkan, der Redaktion einen Besuch ab.
Das alles lässt nicht nur bezüglich der Vahdet Camii tief blicken, sondern auch hinsichtlich der Personalie Fatih Yıldız und der SCHURA, immerhin Vertragspartner des Senats der Hansestadt. Da stellt sich die Frage: Welche Verbindungen haben die Islamverbände zu Terrororganisaitonen?
Das Kalifat als Paradies inszeniert
Mindestens so befremdlich wie
das obskure Silvester-Event in der Vahdet
Camii ist ein ebenfalls dort stattfindendes Ritual
zur Unterwerfung von weiblichen Kindern unter die Normen und Werte der - soweit
mir bekannt - frauenfeindlichsten Ideologie der Welt.
Und - NEIN! - wir reden nicht über Kinder, sondern über kleine Mädchen, und sie
tragen kein "Kopftuch", sondern einen Hijab, ein ideologisches
Prestigesymbol, mit dem die Träger dieser Ideologie nicht nur zunehmend ihr
Revier in unseren Städten und Dörfern markieren, sondern mit dem diese Mädchen
deutlich sichtbar sexualisiert werden und an dem unter Umständen deren Leben
hängt.
Ömer Çelik als Mitglied des
"Anatolischen Zentrums für islamische Kultur und Forschung e.V." ist
im Vorstand
der SCHURA für Bildung
zuständig.
Fatih Yıldız,
der auch an dem Silvester-Event teilhaftig war, ist nicht nur Vorsitzender der SCHURA sondern auch stellvertretender
Vorsitzender des "Bündnis Islamischer Gemeinden in Norddeutschland
e.V." (BIG), der Dachverband
von 25 der "Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş" (IGMG) nahestehenden Moscheegemeinden.
Das im wahrsten Sinne des Wortes Zentrum dieser Bewegung ist die Centrum Moschee in der Böckmannstraße,
ebenfalls Hamburg-St. Georg. Eine interessante Adresse, dort residieren IGMG nahe Vereinigungen, u.a. auch eine
das „Europäische Halāl-Zertifizierungsinstitut“ (EZH). So ist es also kein Wunder, dass Betreiber
von Restaurants wie „Köz Urfa“ oder „Öz Urfa“ an Happenings in des BIG teilnehmen. Selbst die Polizei
fällt auf den schönen Schein rein, ein bißchen Baklava, ein paar salbungsvolle
Worte, reichlich Lokalprominenz, darunter auch Frauen, sogar der Rabbi darf
nicht fehlen, und schon scheint das Kalifat wahrlich paradiesisch.
Leider kein Grimmsches Märchen
Der Verein zur Gründung der Centrum Moschee wurde 1977 ins Leben gerufen. Damals konnte auf Vermittlung von Abdulkarim (Erhard) Grimm, einem Nachkommen der Gebrüder Grimm und ehedem Ringkämpfer von Weltrang, das Gebäude an der Böckmannstraße erworben werden.
Grimm verhalf auch den Iranern zu dem Grundstück an der Außenalster, an dem die nun vor sich hin gammelnde Blaue Moschee, das „Islamische Zentrum Hamburg“ (IZH), errichtet wurde.
Verheiratet war er mit Fatima Grimm, geborene Helga Lilli Wollf, Tochter des „SS-Obergruppenführers“ und „Generals der Waffen-SS“, Karl Wolff, der wegen „Beihilfe zur Ermordung hunderttausender Juden“ verurteilten NS-Verbrechers. Dafür kann sie nichts, wohl aber, dass sie bis zu dessen Tod engen Kontakt mit ihrem Vater pflegte, diesen zum Übertritt zum Islam bewegte und an dessen Grab das Gebet sprach.
1990 wurde mit dem Bau der Centrum Moschee begonnen, 1992 fand die Grundsteinlegung statt. Und zwar in Gegenwart des damaligen türkischen Ministerpräsidenten Necmettin Erbakan. Dieser wiederum war nicht bloß Politiker, sondern Gründer einer Bewegung namens Millî Görüş, die Religion und Politik verknüpfte, Hasan al-Bann, bzw. die „Muslimbruderschaft“ (MB)zum Vorbild hatte und in deren DNA Antisemitismus verankert ist. Erbakan hat u.a. in Deutschland studiert.
Die IGMG ist sozusagen eine Tochter der Erbakan-Organisation, allerdings betonen sie immer wieder, dass sie sich von der Mutterorganisation gelöst hätten.
Wie auch die DITIB-Moscheen bekommen auch IGMG-Moscheen die Imame aus der Türkei von der Religionsbehörde DIYANET gestellt. Wenn auch vermutlich nicht alle. Ob auch die Vahdet Camii einen DIYANET-Imam hat, ist nicht bekannt.
1993 wurde, u.a. auf Betreiben von Fatima Grimm, die „Konferenz der Muslime in Hamburg“ (KMH) gegründet, die beste Kontakte zur Hamburger Politik unterhielt, einen „interreligiösen Dialog“ etablierte und der es gelang, Einfluss auf den Religionsunterricht an Hamburgs Schulen zu bekommen.
Der „interreligiöse Dialog“ fand großen Anklag im politischen Hamburg, selbst die PDS, später Linkspartei, beteiligte sich aktiv daran. Und Politikerinnen und Politiker der LINKEN nahmen an Veranstaltungen in den Moscheen teil, auch im IZH.
Eins führte zum anderen
Die KMH wiederum war die Steilvorlage für die SCHURA, die auf Initiative der IGMG gegründet wurde. Die IGMG lud andere Moscheegemeinden ein, es beteiligten sich immer mehr, Nationen-, aber auch Strömungsübergreifend, sprich auch das schiitische IZH, Mann traf sich umschichtig in den beteiligten Moscheen, u.a. der Centrum Moschee, dem IZH, aber auch die Al-Nour-Moschee, die später mit viel Pomp und Geld aus Kuwait in eine ausgediente Kirche im Stadtteil Hamm umsiedeln sollte, der Vahdet Camii, die Quds-Moschee am Steindamm, in der später Mohammed Atta und seine Gesinnungsgenossen ihre Gebete verrichteten und die wegen des Vorwurfs der Terrorunterstützung geschlossen wurde und auch in der nicht mehr existenten Ahmet-Yesevi-Moschee, die der türkischen MHP, sprich den Grauen Wölfen, nahestand. Bei einer Versammlung in der Quds-Moschee wurde der Name festgelegt und in der Ahmet-Yesevi-Moschee fand am 4. Juli 1999 die Gründungsversammlung der „SCHURA – Rat der islamischen Gemeinschaften in Hamburg e.V.“ statt.
Die Gründung der SCHURA war nicht nur ein Versuch der Strukturierung der damals eher unübersichtlichen islamischen Community in Hamburg, sondern auch ein Instrument, um nachhaltig in das politische Geschehen in der Hansestadt einzugreifen. Alsbald wurde die Forderung nach Anerkennung der SCHURA als „Körperschaft Öffentlichen Rechts“ analog zu den Kirchen laut. Diese Idee wurde von allen Parlamentsparteien unterstützt, auch von der damaligen CDU-Fraktion unter Ole von Beust, der auch zu Beginn die Verhandlungen zum Abschluss eines Staatsvertrags führte in seiner Funktion als „Erster Bürgermeister“.
Die SCHURA wurde beraten von einer jungen Frau namens Aydan Özoğuz, eine in Hamburg geborene Sozialwissenschaftlerin türkisch-stämmiger Eltern, die das hiesige Bildungssystem komplett durchlaufen hat und nach ihrem Studium für die Körber-Stiftung „Türkei-Projekte“ betreute. Was immer das gewesen sein mag, bekannt ist, dass sie zu den Verfechterinnen der doppelten Staatsbürgerschaft zählte. Diese Aktivistin und Duzfreundin von Fatih Yıldız fiel dem späteren „Ersten Bürgermeister“ Olaf Scholz (SPD), der vor allem als vergesslicher Kanzler in Erinnerung blieb, entdeckt und zunächst als parteilose Kandidatin ins Rennen für die Hamburgische Bürgerschaft geschickt. Später trat sie in die SPD ein und machte bekanntermaßen eine steile Karriere.
Unterzeichnet wurde der Staatsvertrag am 13. November 2012 von Olaf Scholz.
Innensenator – und an der Entscheidung sicherlich nicht ganz unbeteiligt – war zu dem Zeitpunkt Michael Neumann, der damalige Ehemann von Aydan Özoğuz. Sie selbst war damals Integrationsbeauftragte der Bundestagsfraktion der SPD.
Besagter Staatsvertrag macht solche Rituale möglich, den Eltern dieser Mädchen steht das verbriefte Recht zu, ihre Töchter in der Kostümierung sowohl Kindergarten als auch Schule zu schicken.


