Neuköllner alternative Wahrheiten zum Palästinatag
„Helle Empörung“ rief der Berliner Zeitung (BZ) zufolge die Wahl des Bürgermeister-Kandidaten der Neuköllner LINKEN am vergangenen Sonnabend hervor. Die Partei wählte
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… den bekennenden Israel-Hasser Ahmed Abed zum Bürgermeister-Kandidaten für den Bezirk.
Er beschimpfte den Bürgermeister von Neuköllns israelischer Partnerstadt Bat Yam, Tzvika Brot, als „Völkermörder“, trat wiederholt bei judenfeindlichen Demos auf. Trotzdem wurde Neuköllns Linke-Fraktionschef Ahmed Abed mit 82,1 Prozent zum Bürgermeister-Kandidaten gekürt.
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Ahmed Abed beschimpfte nicht nur den Israeli, sondern er drohte auch Juliane Beer; und zwar im August 2019:
Am 11. August sprachen wir in meiner Radiosendung Der Bedingungslose Nachmittag mit Anja Kofbinger, Ramin Rachel und Marina Reichenbach unter anderem über den Palästinatag Mai 2019 auf dem Hermannplatz.
Ahmad Abed, Politiker der LINKEN Neukölln und Mitglied der BVV-Fraktion für die Neuköllner LINKE besuchte im Mai den Palästinatag, was, solange die Veranstaltung nicht verboten ist, sein Recht ist. Ob er aus eigenem Antrieb dort hinging oder die Neuköllner LINKE ihn absandte, ließ sich bis heute nicht klären.
Über den youtube-Mitschnitt meiner Sendung https://www.youtube.com/watch?v=CyXzBYyiOQA&t=260s
und Reichenbachs Äußerungen (sämtlich durch BVV-Protokolle oder Presse zum Thema zu belegen) zum Thema war er jedoch not amused. So rief er mich ungebeten zuhause an, verlangte, ergänzt durch den Hinweis, meine Adresse zu kennen, bestimmte Stellen im Mitschnitt zu löschen. Zudem ließ er mir seine Forderungen sowie weitere Drohungen per Mail zukommen.
Tragikomisch, falls man an einer derartig dreisten Bedrohung überhaupt das komische Element ausmachen möchte: Seine Drohung schickte er mit Signatur der LINKEN Neukölln und drohte mir in eben dieser Mail zudem mit strafrechtlichen Konsequenzen, falls ich die Drohung öffentlich machen würde. Mein Sendungsteam, sämtlich Männer von rockradio.de und Die PARTEI sind bis heute von Abed nicht belästigt worden.
Im Tagesspiegel von heute findet man weitere Details zur Causa Abed :
"Clinch über Berichterstattung zum Palästinensertag. Am 4. Mai nahm ein Bezirksverordneter der Neuköllner Linken, Ahmed Abed,
am sogenannten Palästinensertag am Hermannplatz teil, bei dem es zu
antisemitischen Vorfällen kam. Unter anderem wurde ein Plakat gezeigt,
bei dem das Logo des israelischen Eurovision-Song-Contests von SS-Runen
durchbrochen wurde (Foto hier bei der Morgenpost).
Wie berichtet, kam es daraufhin in der BVV zu Diskussionen: Während die
deutliche Mehrheit der Bezirksverordneten in einer Entschließung
„konsequent jede Form von Antisemitismus“ verurteilte, argumentierten
die Linken gegen die aus ihrer Sicht „inflationäre Verwendung“ und
„Instrumentalisierung“ des Begriffs Antisemitismus. Außerdem
verteidigten verschiedene Bezirksverordnete der Linken die
israelfeindliche BDS-Kampagne. Kontrovers diskutiert wurde insbesondere
auch die Anwesenheit Abeds bei der Veranstaltung. Die
SPD-Fraktionsvorsitzende Mirjam Blumenthal warf Abed
unter anderem vor, Angriffe auf Pressevertreter beobachtet zu haben –
aber nicht eingegriffen zu haben. Abed selbst bezeichnete diese Vorwürfe
als „verleumderisch“ (NL vom 29. Mai 2019).
Nun haben die Vorfälle ein Nachspiel:
Eine Autorin und Aktivistin griff die Vorfälle in einer auf Youtube
veröffentlichten Sendung auf. In der Sendung beschreibt die
SPD-Verordnete Marina Reichenbach die Vorgänge in der
betreffenden BVV-Sitzung aus ihrer Sicht, ohne Namen zu nennen. Abed
geht dies offenbar zu weit. In einer E-Mail droht er der Autorin mit
strafrechtlichen Konsequenzen und bemängelt rufschädigende
Falschbehauptungen über seine Person. Abed erklärt unter anderem, dass
er nicht als Privatperson am Palästinensertag teilgenommen habe, sondern
vom Neuköllner Bezirksverband der Linken als Vertreter entsandt worden
sei. Ein Sprecher des Bezirksverbandes sagt auf Anfrage, dass es keinen
Beschluss des Bezirksverbandes zur Teilnahme gab. Im Vorjahr habe die
Linke Neukölln mit einem eigenen Stand am Palästinsertag teilgenommen.
Der Bezirksverband teile das Anliegen, an die Geschichte der
palästinensischen Flüchtlinge zu erinnern. Dass Abed bei dem Termin als
Sprecher aufgetreten sei, sei in diesem Sinne und bedürfe keines
gesonderten Beschlusses.
Weiter erklärt Abed, dass die Aussage,
es sei eine SS-Rune auf der Veranstaltung gezeigt worden,
wahrheitswidrig sei. Die Berliner Polizei erklärte übrigens im Nachgang
der Veranstaltung, dass verfassungsfeindliche Symbole, darunter eine
SS-Rune, gezeigt worden seien (rbb24.de, Foto s. weiter oben). Das entsprechende Plakat wurde nach einer Anzeige des Grünen-Politikers Volker Beck von der Polizei entfernt. Abed fordert die Entfernung der Passage aus dem Video.
Laut Angaben der Autorin soll Abed sie zudem telefonisch beschimpft
und bedroht haben. So soll er unter anderem erklärt haben, er kenne
ihre Adresse. Dass lediglich sie, und nicht die übrigen (männlichen)
Teammitglieder der Sendung kontaktiert wurden, wertet die Autorin als
sexistischen Einschüchterungsversuch.
Die Bezirksverordnete Reichenbach erklärt auf Anfrage,
dass sie über die Erklärungen Abeds verwundert sei. Obwohl Abed konkret
ihre Aussagen in dem Video als falsch bezeichnet, habe er sie nicht
kontaktiert. Ob Abed als Privatperson oder in seiner Rolle als
Bezirksverordneter an der Veranstaltung teilgenommen habe, spiele aus
ihrer Sicht aber, wenn überhaupt, lediglich für die Neuköllner Linke
eine Rolle. „Ich finde vielmehr ungeheuerlich, dass Abed weiterhin das
Vorhandensein der SS-Rune leugnet“, so Reichenbach weiter.
Abed selbst ließ eine entsprechende Anfrage des Tagesspiegels bis Redaktionsschluss unbeantwortet."
Text: Juliane Beer
https://nl.tagesspiegel.de/form.do?agnCI=992&agnFN=fullview&agnUID=D.B.CJMn.2jf.BmkgC.A.uLCakgABdNnimaD136qFeSlA6lTBkJlTMFa9ECka8KITKe0qywlKT4J_mJXq-T_iKhdmmKKGNIwuLxWQL7-VKg

