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Es werden Posts vom Januar, 2020 angezeigt.

Dauer-obszöne Inszenierung - 75 Jahre deutsches „Gedenken“

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Text Juliane Beer "[...]Ich betrachte das Nachleben des Nationalsozialismus in der Demokratie als potentiell bedrohlicher denn das Nachleben faschistischer Tendenzen gegen die Demokratie[…]“ sagte hellsichtig Theodor W. Adorno im November 1959 auf der Erzieherkonferenz des Deutschen Koordinierungsrats der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, Wiesbaden. Meine Lehrerin in der 6. Klasse, Sudetendeutsche, und als solche vertrieben und gequält, wie sie während jeder Deutschstunde nicht müde wurde mindestens einmal zu bekunden, nannte den 27. Januar den Tag der Befreiung der Deutschen. Wir Kinder, elfjährig, waren zu jung um zu begreifen, was bei der Lehrerin älteren Semesters durcheinander geraten war. Ich besuchte das Gymnasium eines Society-Ferienortes am Meer, das Kollegium setzte sich größtenteils aus hierher strafversetzten LehrerInnen zusammen. Vermutlich war man der Meinung, die SchülerInnen, sämtlich aus Gastronomen-Familien stammend, würden sowie...

Trauer nach Neuköllner Art und eine überfüllte jüdische Volkshochschule

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Bild: eine von 72 Jungfrauen in freudiger Erwartung Text Juliane Beer Berlin, 9. Januar 2020. Ab dem späten Nachmittag wird in Berlin-Neukölln getrauert. Um Qasem Soleimani, Folterer und Mörder zahlloser Frauen, Homosexueller und RegimegegnerInnen. Es haben sich laut Presse rund 100 Trauergäste in der Neuköllner Imam-Riza-Moschee eingefunden. 50 Menschen, Mitglieder des Bündnisses „Stop the bomb“, das sich u.a. für einen iranischen Staat ohne Atomwaffen und für die Stärkung von Frauenrechten im Iran einsetzt, sowie iranische RegimegegnerInnen finden sich zu einer Gegendemonstrationen ein. „Wir protestieren gegen die Glorifizierung von islamistischem Terror und Antisemitismus und für die Unterstützung der demokratischen Proteste im Iran" hieß es in der Ankündigung. Kritik aus der Politik wird erst auf Druck des Bündnisses und iranischen RegimegegnerInnen laut. Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) erklärt auf Facebook, er finde "eine Traue...

Feiernde Menschen im Iran - Alptraum westlicher Antiimps

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So verkündet, kaum hat das Jahre begonnen, von Bernd Riexinger, Die LINKE, nachdem ein „menschenunfreundlicher“ Qasem Soleimani einer gezielten Tötung auf Befehl von Präsident Trump zum Opfer fiel. Dass ich keine Freundin der Todesstrafe bin, ganz gleich von wem angeordnet und vollstreckt, habe ich bereits in anderem Zusammenhang erwähnt, möchte es aber, um Missverständnissen vorzubeugen, hier erneut anmerken. Dass Riexinger in der Vergangenheit und zwar besonders in jüngstster Vergangenheit, als unzählige Oppositionelle, verschleierungsunwillige Frauen oder Homosexuelle die innerhalb Soleimanis Wirkungsbereich verhaftet, massakriert und getötet wurden, weder Tadel, schon gar nicht Zurechtweisung an die Adresse des Irans absandte, lässt, Riexingers Logik konsequent zu Ende gedacht, die Vermutung zu, RegimegegnerInnen im Iran und dessen Nachbarländern hätten sich ihren Diktatoren zu fügen, damit der Weltfrieden gewahrt bliebe. Und nicht nur Riexingers Friedenserzählung sc...

Der Iran führt seit 40 Jahren Krieg!

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Das IZH an der Außenalster, die Zentrale des iranischen Regimes in Europa Text: Birgit Gärtner Von der ersten Sekunde an gegen Frauen, gegen Oppositionelle, Homosexuelle, Minderheiten, insbesondere die kurdische Minderheit. Der Krieg gegen Oppositionelle findet weltweit statt. Der Iran führt Krieg im In- und Ausland. Für die militärischen Einsätze im Nahen Osten war Qasem Soleimani verantwortlich, der die Qods-Brigaden anführte. „Qods“ steht für al-Quds, der arabischen Bezeichnung für Jerusalem.  Was hat der Iran mit Jerusalem zu schaffen? Genau! Nichts! Wie auch der Al-Quds-Tag, den Ayatollah Ruhollah Musawi Chomeini 1979 ausrief und auf den letzten Freitag im Fastenmonat Ramadan festlegte, stehen die Quods-Brigaden für den Willen zur Vernichtung Israels seitens des iranischen Regimes. Das wiederum rührt daher, dass der Prophet Mohammed vor 1.400 Jahren träumte, er sei des Nächtens in Jerusalem gewesen. Deshalb gilt Jerusalem als drittwichtigste Heiligen...

Linke Verhältnisse - Teil II

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Text: Birgit Gärtner Brüder und Schwestern im Geiste des Antizionismus Eigentlich ist Religionskritik die fürnehmste Aufgabe der Linken. Eigentlich. Denn im Hinblick auf den fundamentalen Islam ist die deutsche Linke nicht nur auffallend zurückhaltend, sondern gerade der Teil der Gesellschaft, der sich für besonders progressiv hält, ebnet den reaktionären Islamverbänden, deren Protagonisten und Akteurinnen den Weg in alle Bereiche unserer Gesellschaft und diffamiert jedwede Kritik am Islam und den Verbänden als „rassistisch“, „antimuslimischer Rassismus“ heißt das Zauberwort,   „islamophob“ oder auch schlicht „rechts“. Das mag überraschen, ist aber aus der Linken selbst, bzw. der Geschichte der Linken in Deutschland zu erklären. An den MuslimInnen soll Deutschland quasi wieder gut gemacht werden. Dabei geht es weniger um die Musliminnen und Muslime, sondern um das eigene Gewissen, das durch die historische Schuld des Hitler-Faschismus schwer belastet ist. Ei...