Skript zur Rede auf der Kundgebung „Für Wissenschaft, Demokratie, Frauen und Kinder“ am 1. November 2024 in Berlin




Text und Grafik: Birgit Gärtner

Georg Kellermann ist ein Mann - er war ein Mann, ist ein Mann und wird immer einer bleiben

Hallo Berlin,

herzlichen Dank an die Veranstalterinnen für die Einladung. Es ist mir eine große Ehre, heute hier sprechen zu dürfen.

Ich möchte Euch zu einer kleinen Zeitreise einladen. Und zwar führt uns diese Zeitreise zurück ins Jahr 1978, nach Ratingen im Kreis Mettmann bei Düsseldorf.

Vergegenwärtigen wir uns also kurz die gesellschaftliche und politische Situation in der alten Bundesrepublik im Allgemeinen, in NRW im Speziellen und im Kreis Mettmann im Besonderen.

Es war eine Männerwelt!

Der Frauenanteil im Bundestag betrug 7,9%, im nordrhein-westfälischen Landtag 5% und im Kreistag Mettmann 9%. In der Justiz waren Frauen in aller Regel nur in Assistenzberufen präsent und in den Chefetagen der führenden Medienhäuser betrug der Frauenanteil stolze 0%.

Mit anderen Worten: Männer machten die Gesetze, die Frauen zu befolgen hatten. Und wenn nicht, dann richteten Männer über sie und darüber wiederum berichteten Männer in den verschiedensten Medienformaten.

Dazu habe ich eine Menge Daten und Fakten herausgesucht, die könnt Ihr in den nächsten Tagen nachlesen auf unserem Blog: https://frauenstandpunkt.blogspot.com/2024/11/hintergrundinfo-zu-meiner-rede-auf-der.html.

 1978 begann ein Oberstufenschüler namens Georg Kellermann für die Lokalredaktion Ratingen der Rheinischen Post Beiträge zu verfassen, die auch gedruckt wurden.

Dem Abiturienten Georg Kellermann stand die Berufswelt offen.

 
Für Frauen jedoch gehörte 1978 Diskriminierung zum „normalen“ Arbeitsalltag

Aber aus Unterdrückung entsteht Widerstand. Wie z.B. 1978 der Kampf der Heinze-Frauen für gleichen Lohn für gleiche Arbeit, einer der spektakulärsten Arbeitskämpfe in der Geschichte der alten Bundesrepublik.

Dieser Arbeitskampf erfuhr breite Solidarität und die aus Hamburg stammende Künstlerin Fasia Jansen setzte den Heinze-Frauen mit „Keiner schiebt uns weg“ ein musikalisches Denkmal.

Fast 10 Jahre später, am 26. November 1986, zog die GAL-Frauenliste mit 13 Abgeordneten als bisher einzige rein weibliche Frauen-Fraktion in die Hamburgische Bürgerschaft ein. Dieser reinen Frauenfraktion war leider nur eine Legislaturperiode beschieden, aber immerhin gelang es den Grünen Frauen, eine 50%-Frauenquote durchzusetzen. Diesem Beispiel folgte später die PDS, inzwischen DIE LINKE, auch SPD, CDU und sogar CSU haben mittlerweile eine Frauenquote, wenngleich auch keine 50-%-Quote.

Frauenquoten werden allerdings unterdessen von Männern gefüllt. Beispielsweise durch den Grünen Abgeordneten Markus Ganserer, der als „Tessa“ Ganserer firmiert, 2021 in den Bundestag gewählt wurde und dort als weibliche Abgeordnete geführt wird. Ebenso wie der ebenfalls grüne Abgeordnete Nyke Slawik, der sich als „Queerpolitikerin“ für die Liberalisierung von Prostitution einsetzt. Auch wenn ich mich frage, was es im Bordell Europas noch zu liberalisieren gibt?!

1983 begann Georg Kellermann, beim WDR zu arbeiten und Mitte der 1980er Jahre entdeckte er die Georgine in sich, sprich seine feminine Seite, erklärte sich seinem Vater gegenüber als Transgender und trug im geschützten privaten Rahmen Frauenkleider. Das, so glaubt er bis heute, mache ihn zur Frau.

Nein! Georg, von mir aus auch Georgine Kellermann ist ein Mann und Frausein kein Kostümfest!

Das öffentliche Outing erfolgte ca. 35 Jahre später. In dem Dress, den er offenbar für den Inbegriff von Weiblichkeit hält, im Sender zu erscheinen, verlangte ihm nicht nur eine Dreiviertelstunde weniger Schlaf für die Umwandlung von Georg in Georgine ab, sondern anfangs tatsächlich auch Mut. Dass er nicht nur „als Frau akzeptiert“, sondern nachgerade bejubelt wurde, damit konnte er auch 2019 nicht rechnen. „Ich habe einen Candystorm geerntet“, staunte er entsprechend in einem Zeit-Interview.

Warum aber diesen Mut verschwenden für eine Illusion, nämlich die irreale Vorstellung, durch die Materialisierung eines patriarchalen Frauenbildes selbst zur Frau zu werden? Warum reichte der Mut nicht für ein Statement wie:

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Hallo, ich bin der Georg und ich habe den Kleiderschrank meiner Großmutter geerbt. Samt Inhalt. Außerdem schminke ich mich wahnsinnig gerne und fahre total auf Pumps ab.

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Beispielsweise Jorge Gonzales macht das doch auf eine erfrischende und unkomplizierte Weise vor. Okay, nicht die Nummer mit Ommas Kleiderschrank, sondern schon ziemlich schrill. Aber seien wir doch mal ehrlich: Etwas Pepp könnte Georgine doch vertragen, oder?

Apropos Mut: Wir Frauen brauchen jetzt den Mut, Männern wie Georg Kellermann Grenzen zu setzen. Das heute in Kraft tretende Selbstbestimmungsgesetz muss zurückgenommen werden.

Dafür müssen wir viel mehr werden.

Und wir müssen lauter werden.

Wir müssen laut sagen: NEIN!

Wir müssen diesen Kampf gewinnen.

Wir werden diesen Kampf gewinnen!

Oder, um es mit Fasia Jansen zu sagen: Keiner schiebt uns weg!

 

PS: Falls sich jemand der Genannten bemüßigt fühlt, mich, bzw. uns, anzuzeigen: Tun Sie sich keinen Zwang an. Die Adresse müssen Sie gar nicht lange recherchieren, fragen Sie einfach, wir geben sie Ihnen gerne. Wir  warten sogar drauf, denn wir werden auf unserem Recht, die Dinge, bzw. die Männer, beim Namen zu nennen, beharren und für dieses Recht notfalls vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) ziehen. Dann wollen wir doch mal sehen, wer am Ende Rechte bekommt: Eine Männerrechtsbewegung oder der gesunde Menschenverstand.

Das ist eine Aufforderung zum Tanz, meine Herren.

Und es ist

DAMENWAHL!

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