Ramadan im Bundestag
Der "Parlamentarische Abend zum Thema Ramadan" der Grünen im Bundestag bewies eindrücklich: Wo immer beim Islam "liberal" draufsteht, ist Fundamentalismus drin
Text und Collage: Birgit Gärtner
So mancher mag sich ob des Beitrags von Lamya Kaddor vom 17. März 2026 in den Sozialen Netzwerken wohl verwundert die Augen gerieben haben: „Im Deutschen Bundestag“ sei „ein kleines Stück Parlamentsgeschichte geschrieben“ worden, schwärmte die grüne Bundestagsabgeordnete und religionspolitische Sprecherin ihrer Fraktion überschwänglich.
Wer den folgenden Text las, erfuhr, dass die Grünen-Fraktion zum „Parlamentarischen Abend zum Thema Ramadan“ eingeladen und selbigen mit einem Iftarfest gefeiert hatte.
Während wir noch die Bilder aus dem Bundestag verdauten, tischte die Berliner Morgenpost die nächste Ramadan-Story auf: In Berlin lud die „Türkische Gemeinde“ zum öffentlichen Iftarfest in die Kreuzberger „Markthalle Neun“. Dazu waren auch Spitzenpolitiker geladen, die indes nicht nur Linsensuppe und Fladenbrot serviert bekamen, sondern auch ein Schriftstück, einen „Kodex für politische Verantwortung und Stadtfrieden“, den die Spitzenkandidaten von CDU, Grüne, LINKE und SPD zur Wahl des „Berliner Abgeordnetenhauses“ im kommenden September unterschreiben sollten.
Sie habe in ihrer Einführung die Wahrnehmung von Muslimen und den Islam thematisiert, „der öffentlich und medial ausschließlich über Ausgrenzung und thematischer Verengung stattfindet“, so Lamya Kaddor weiter. „Stattdessen wollte ich den Blick auf das alltägliche muslimische Leben in Deutschland richten und auf die vielen Muslime, die sich jeden Tag für ihre Nachbarschaft und unsere Gesellschaft einsetzen. Darüber hinaus engagieren sich tausende Ehrenamtliche in rund 2.600 Gemeinden, sie organisieren Jugendarbeit, Bildungsangebote, Integrationsprojekte oder unterstützen Menschen in schwierigen Lebenslagen“.
Dabei ist Ramadan längst zum Volksfest avanciert, landauf, landab werden öffentlich Großveranstaltungen abgehalten, mancherorts, wie beispielsweise in der Kölner Keupstraße, mit Tausenden Beteiligten.
Das Scharia-Kartell in Aktion
Kenner der Szene kamen anhand der in Lamya Kaddor Beitrag aufgeführten Rednerinnen schnell zu dem Schluss, dass es sich um ein Stelldichein jener muslimischen Szene handelte, die seit Jahr und Tag für mehr Toleranz, mehr Verständnis, mehr Sichtbarkeit muslimischen Lebens in Deutschland wirbt, eigens Organisationen und Institute gegründet hat, um der Mehrheitsgesellschaft den angeblich mit der westlichen Demokratie kompatiblen liberalen Islam schmackhaft zu machen.
So schrieb beispielsweise die Journalistin Canan Topcu in einem Blog-Beitrag:
„Wenn man sich auskennt, erkennt man unschwer auf den Fotos vom Iftarabend die üblichen Akteure aus muslimischen Institutionen, Verbänden, Vereinen. Sie alle fühlen sich nun noch wichtiger als sie sich eh schon fühlen, teilen auf Social Media Fotos von sich vom Fastenrechen im Bundestag. Von dem Abend, um wieder bei Kaddors Wortwahl zu bleiben, an dem ´im Deutschen Bundestag ein kleines Stück Parlamentsgeschichte geschrieben wurde`.“
Wer alles eingeladen wurde, habe ich bei der Bundestagsfraktion der Grünen nachgefragt. Die Gästeliste ist anscheinend so lang, dass es ihnen innerhalb von fast zwei Wochen nicht möglich war, die Anfrage zu beantworten – um nicht zu sagen, sie sitzen die Antwort offenbar aus.
Wer sich die Fotos zu dem Beitrag ansah, kam nicht umhin festzustellen, dass der „liberale Islam“ genau die Schimäre ist, wie es Islamkritiker ebenfalls seit Jahr und Tag sagen. So ist auf einem Bild eine islamtypische Gebetsszene zu sehen, bei der Männer und Frauen knien und das Gesicht auf den Boden neigen. Die Frauen sittsam verschleiert und hinter den Männern. Selbstverständlich; schließlich wird deren Gebet ungültig, sollte eine Frau währenddessen an ihnen vorbei gehen. Oder ein Hund.
Kurzum: Die Grünen wandelten den Sitz des höchsten gesetzgebenden Organs der Bundesrepublik Deutschland in ein Gebetshaus um. Eine Verquickung von Religion und Politik, die ansonsten nur aus islamischen Staaten bekannt ist. Nicht einmal in einem arabisch-muslimischen Land habe es je Fastenbrechen in einem Parlament gegeben, kommentierte der Freiburger Islamwissenschaftler Abdel-Hakim Ourghi einen Post der Autorin dieses Textes: „Es ist zu spät und es ist nichts mehr zu retten. Die Islamisierung ist längst da.“
Zudem wurde nachgefragt, ob künftig auch andere Glaubensgemeinschaften mit Einladungen zu ähnlichen Events rechnen dürfen. Das ist aber eher eine rhetorische Frage, denn Religion, geschweige denn religiöse Veranstaltungen, haben im Bundestag nichts verloren.
Es sei keine Selbstverständlichkeit und solle es auch nicht werden, „ein islamisches Ritual in einem Parlament auszuführen“, betonte auch Canan Topcu.
Das Scharia-Kartell, eben jene Szene bestehend aus muslimischen Aktivisten – und Aktivistinnen – sowie zivilgesellschaftlichen Organisationen, Einzelpersonen und Parteien, von den Grünen über LINKE, SPD, FDP, bis weit in die CDU hinein, hat ganz Arbeit geleistet und freundlich lächelnd und fröhlich mampfend längst sämtliche politischen Strukturen infiltriert.
Oder um es mit den Worten des Sozialwissenschaftlers Hartmut Kraus zu sagen:
„Wie wir erneut sehen können, korrespondieren auf der politischen Ebene zwei grundlegende und sich ergänzende Prozesse, die das Islamisierungsgeschehen vorantreiben und absichern:
Zum einen findet eine gezielte Unterwanderung der ohnehin proislamisch ausgerichteten etablierten Parteien durch Funktionäre und aktive Mitglieder des nichtmilitanten Flügels der islamischen Vorhutkräfte statt. Innerhalb der Parteien fungieren diese scheinintegrierten Akteure dann als gezielt vorgehende ethno-religiöse Interessenvertreter der zugewanderten vor allem türkischen und arabischen muslimischen Communities. Als funktionaler Rahmen dient ihnen hierbei das parteienstaatlich organisierte und finanzierte Netzwerk der Islamkollaboration und proislamischen Meinungsmanipulation.
Zum anderen schielen die etablierten Parteien auf Wählerstimmen aus dem Lager der größer werdenden muslimischen Zuwanderergemeinschaft.“
Mehr Islam in allen Bereichen unserer Gesellschaft
Wer jetzt denkt, das „kleine Stück Parlamentsgeschichte“ sei die Krönung: Falsch – es ist nur der Vorgeschmack auf die Umsetzung des 24-Punkte-Plans, mit dem die Grünen „vielfältiges muslimisches Leben in Deutschland fördern“ wollen. Darin fordern sie die Bundesregierung zu einer Reihe von Maßnahmen auf, die sich so zusammenfassen lassen
- Mehr Geld
- Mehr Preise
- Mehr Aufmerksamkeit
- Mehr Expertengremien (wie viele noch, darüber schweigen sie sich aus)
- Muslimischen Lobbyisten größeren Stellenwert in der Politik einräumen
- Muslimische Feiertage
Kurzum: Mehr Islam in allen Bereichen unserer Gesellschaft.
Über diesen Antrag sollte am 18. März 2026 entschieden werden, aber die Fraktion zog ihn zum zweiten Mal zurück.
Das Thema bleibt uns also noch ein Weilchen erhalten. Die ganz offensichtlichen Probleme, die extremistischen Tendenzen, der offen zur Schau gestellte Antisemitismus weiter Teile der muslimischen Communities, all das wird bei den Grünen nicht nur einfach ausgeblendet, sondern deren Erwähnung mit dem Lable „antimuslimischer Rassismus“ versehen, der wiederum unterdessen zwei Aktionstagen geadelt wird.
Auch in der Kreuzberger „Markthalle Neun“ wurde ein Forderungskatalog serviert:
In dem erwähnten „Kodex für politische Verantwortung und Stadtfrieden“ heißt es u.a.:
„Wir wahren den gesellschaftlichen Zusammenhalt und verzichten konsequent auf das Schüren von Ängsten oder Vorurteilen.“
Die Berliner Spitzenkandidaten Kai Wegner (CDU), Werner Graf (Grüne), Elif Eralp (Linke) und Steffen Krach (SPD) kamen dem Ansinnen nach und unterschrieben den „Kodex“. Sie haben sich sozusagen vertraglich verpflichtet, den Wahlkampf nach den Spielregeln der „Türkischen Gemeinde“ zu gestalten. Doch das reichte dieser nicht, sondern sie forderte zudem „Wahlrecht für Menschen ohne deutsche Staatsbürgerschaft, die schon lange in der Stadt leben“ sowie „ein Denkmal für die Menschen zu bauen, die als Gastarbeiter ab 1961 nach Deutschland kamen“. Die Spitzenkandidatin der LINKEN, Elif Eralp, setzte noch ein drauf und forderte „ein Dokumentationszentrum für die Geschichte der Gastarbeiter“.
Die Religionslehrerin aus dem Münsterland
Lamy Kaddor ist eine der zentralen Personen in dem Geflecht des Scharia-Kartells. Die Tochter syrischer Einwanderer studierte Arabistik, Islamwissenschaft, Erziehungswissenschaft und Komparatistik und arbeitete anschließend, von 2004 bis 2008, als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl „Religion des Islam“ sowie als Lehrbeauftragte im Rahmen der Lehrerausbildung im „Centrum für Religiöse Studien“ (CRS) an der Universität Münster. Anschließend tingelte sie als Hochschul-Dozentin durch NRW.
Ab 2003 unterrichtete sie als Religionslehrerin an einer Grundschule in Dinslaken „Islamkunde in deutscher Sprache“, einem Projekt des nordrhein-westfälischen Kultusministeriums. 10 Jahre später musste sie einräumen, dass fünf ihrer ehemaligen Schüler ins Kalifat ausgereist waren und sich dem IS angeschlossen hatten.
Größere Bekanntheit erlangte sie als 2007 das ZDF ebenfalls ein deutschsprachiges Format startete, das „Forum am Freitag“. Dem SPIEGEL zufolge sollte das Angebot bestehen aus
„Kommentaren, Gesprächen und Interviews. Interview- oder Gesprächspartner können von den muslimischen Verbänden in Deutschland vorgeschlagen werden. Die Auswahl will das ZDF aber selbst treffen. Inhaltlich soll sich das ´Forum zum Freitag` mit ethischen Themen, Spiritualität und Sinnfragen befassen, aber auch den Muslimen in Deutschland die Möglichkeit geben, sich zu aktuellen Ereignissen zu äußern.“
Lamya Kaddor war zu Gast in der ersten Folge am 6. Juli 2007 und avancierte zum Dauergast.
2010 war sie an der Gründung des „Liberal-islamischen Bundes“ (LIB) beteiligt und wurde dessen Vorsitzende. Mit von der Partie war seinerzeit auch Fatima Grimm.
Gemeinsame Sache mit der Tochter eines SS-Funktionärs
Fatima Grimm, geborene Helga Lili Wolff, war die Tochter des Generals der Waffen-SS, Karl Wolff, der wegen Beihilfe zum Mord an 300.000 Jüdinnen und Juden zu einer Haftstrafe von 15 Jahren verurteilt wurde. Sie rührte in vielen islamischen Töpfen und gab u.a. Materialien heraus, die an Schulen für den Islam-Unterricht zum Einsatz kamen. Ob diese auch von Lamya Kaddor verwendet wurden, ist indes nicht bekannt.
Als sie als Helga Lili Wolff am 25. Juni 1934 geboren wurde, war ihr Vater, der 1933 in die NSDAP und die SS eingetreten war, bereits SS-Standartenführer. Am 9. November 1939 wurde er zum Chef des persönlichen Stabes „Reichsführer SS“, Heinrich Himmler, befördert.
Mit diesem überwarf er sich, weil er sich von Helgas Mutter scheiden ließ. Er wurde dann in Italien eingesetzt und dort zum „höchsten SS- und Polizeiführer“ ernannt. Als solcher soll er den Waffenstillstand in Italien eingefädelt haben, vermutlich auf eigene Faust, weil ihm klar geworden war, dass der Traum vom „Endsieg“ ausgeträumt war.
Von der „Endlösung“ hingegen, der Vernichtung des europäischen Judentums, will er nichts mitbekommen haben. Das behauptete er jedenfalls später. Allerdings sprechen einige Fakten dagegen: Zum einen nahm er eigenem Bekunden zufolge als Zuschauer an einer Massenexekution in Minsk teil; zum anderen war er derjenige, der dafür sorgte, dass die Deportationen durchgeführt werden konnten, nachdem bei der Räumung des Warschauer Ghettos Engpässe bei den Transportkapazitäten auftraten. Laut Wikipedia bedankte er sich in einem Schreiben vom 13. August 1942 für Ganzenmüllers Beistand:
Mit besonderer Freude habe ich von Ihrer Mitteilung Kenntnis genommen, daß nun schon seit 14 Tagen täglich ein Zug mit Angehörigen des auserwählten Volkes nach Treblinka fährt […] Ich habe von mir aus mit den beteiligten Stellen Fühlung aufgenommen, so daß eine reibungslose Durchführung der gesamten Maßnahme gewährleistet erscheint.“
Deshalb wurde er 1964 wegen Beihilfe zum Mord an 300.000 Jüdinnen und Juden zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt, wurde aber 1969 wegen Krankheit begnadigt und verbrachte seine letzten 15 Lebensjahre in Freiheit. Vor seinem Ableben verhalf er noch dem Stern-Reporter Gerd Heidemann zu den angeblichen „Hitler-Tagebüchern“, einem der größten Medienskandale der Nachkriegszeit. Der Skandal bestand allerdings darin, dass die „Tagebücher“ sich als Fälschung erwiesen – nicht, dass der Stern die Geschichte des wohl größten Massenmörders der Weltgeschichte abdruckte. Jedenfalls zum Teil, denn alsbald stellte sich heraus, dass der erhoffte Quotenbringer eine schnöde Fälschung war.
Für den Vater kann Helga Wolff alias Fatima Grimm nichts. Doch dass er noch kurz vor seinem Tod zum Islam konvertierte, in Anwesenheit von Mitgliedern des „Islamischen Zentrums München“ (IZI) bestattet wurde und sie das Totengebet sprach, lässt auf eine enge Verbindung zwischen Vater und Tochter schließen. Peter Schütt, der nach seiner Karriere als kommunistischer Schriftsteller zum Schiitentum konvertierte, schreibt in seiner Biographie über Fatima Grimm, sie habe „ihr Leben unter der erdrückenden Gewissenlast, ein Täterkind zu sein“, gelitten. Nicht bekannt ist indes, ob ihr die Verbrechen des Vaters zu schaffen machten, oder dass diese zunehmend als solche wahrgenommen wurden.
An ihrem 26. Geburtstag, dem 25. Juni 1960, konvertierte sie in München bei dem Imam Ibrahim Gaçaoǧlu, Gründer der „Islamischen Gesellschaft in Westeuropa“. Sie hatte einen Tschechen kennengelernt, der ebenfalls konvertiert war. Gemeinsam reisten sie 1962 nach Pakistan und kehrten 1965 nach München zurück.
Dort engagierte sie sich offenbar in der Moscheebau-Kommission, im Protokoll der Generalversammlung vom 11. April 1971 taucht sie als Fatima Heeren-Salem als „Sekretär“ im neu gewählten „geschäftsführenden Ausschuss“ auf.
1983 wurde ihre Ehe geschieden, 1984 heiratete sie den Konvertiten Abdul Karim Grimm und zog zu ihm nach Hamburg. Dass es sie von der Isar an die Elbe verschlug, sei „eine wundersame Geschichte“, verriet sie der Islamischen-Zeitung in einem Interview:
„Auf meiner Pilgerfahrt (‘Umra) 1982 freundete ich mich sehr mit den Kindern von Abdul Karim Grimm an, die ebenfalls mit ihrem Vater daran teilnahmen und deren Mutter etwa sechs Jahre vorher verstorben war. Als die ältere Tochter Nadija erfuhr, dass ich alleinstehend war, schrieb sie mir kurzerhand einen Brief und fragte: `Fatima, warum kommst du nicht nach Hamburg und heiratest unseren Papa?` Und so schlossen wir tatsächlich am 1. April 1984 den Bund der Ehe, und ich zog ich von München nach Hamburg, wo ich bis heute lebe. Es waren 25 Jahre, die mir viel Glück und viele unvergessliche gemeinsame Erlebnisse beschert haben, alhamdulillah.“
Auch Abdul Karim Grimm war einst zum Islam konvertiert und an der Gründung der „Deutschen Muslim Liga“ (DML) und dem Bau der dem „Islamischen Zentrum Hamburg“ (IZH) angeschlossenen schiitischen Imam-Ali-Moschee an der Alster beteiligt. Die DML ist die älteste islamische Vereinigung in Deutschland, Funktionen können nur Konvertiten übernehmen. Damit soll demonstriert werden, dass der Islam keine „Ausländerreligion“, sondern „integraler Bestandteil der deutschen Gesellschaft“ sei. Die DML ist ebenfalls Gründungsmitglied des ZMD, dessen Ehren- und Beiratsmitglied Fatima Grimm seit 1999 war.
Ihr Schwerpunkt waren die Themen Kindererziehung sowie die Rolle der Frau im Islam. Sie sprach sich für Polygynie (Mehrehe des Mannes) und arrangierte Hochzeiten aus. In ihrer Publikation „Die Erziehung unserer Kinder“ schreibt sie:
„Ich meine, dass wir etwa um das 15. Lebensjahr herum damit rechnen dürfen, unsere Kinder für den Begriff des Dschihad aufgeschlossen zu finden. Wir müssen ihnen dann zeigen, auf welchen Gebieten unser Glaube den Angriffen des dar ul-harb ausgesetzt ist, und ihnen Wege eröffnen, die es ihnen einmal ermöglichen sollen, die Verteidigung erfolgreich in die eigenen Hände zu nehmen. Dazu gehört, dass wir als Mütter nicht feige und ängstlich darauf bedacht sind, unsere Söhne vor jeder Gefahr zu bewahren. Wir könnten es sowieso nicht, denn wenn Gott ihre Stunde für gekommen hält, kann sie ebenso ein Auto überfahren oder eine Krankheit heimsuchen. Vielmehr sollten wir ihnen immer vor Augen führen, was für eine großartige Auszeichnung es für jeden Muslim ist, für die Sache des Islam mit der Waffe in der Hand kämpfen zu können. Einen größeren Verdienst kann er sich ja durch nichts auf Erden erwerben.“
Allerdings könnten „unsere Söhne“„ebenso mit Wort und Schrift für die Sache Gottes streiten, man kann als Arzt kranken und verwundeten Muslimen helfen, man kann als Ingenieur wichtige technische Geräte entwickeln, als Architekt lebensnotwendige Gebäude errichten — diese Reihe ließe sich bis ins Unendliche fortsetzen“. Ziel sei, so Grimm in der noch heute erhältlichen Broschüre: Den „endgültige Triumph des Islam auf Erden“.
Als sie am 6. Mai 2013 starb, verfasste der ZMD einen Nachruf auf sie, Eslam, die vom Konvertiten Yavuz Özoğuz publizierte „Enzyklopädie des Islams“, ebenso der „Liberal-Islamische Bund“.
Die Mitgliedschaft von Fatima Grimm änderte nichts daran, dass der LIB sich das Image einer moderat-islamischen Vereinigung erwerben konnte, für Lamya Kaddor war der Vorsitz ein Sprungbrett für ihre parlamentarische Karriere:
2021 zog sie in den Bundestag ein und ist aktuell die religionspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion der Grünen.
Kürzlich posierte sie in Sozialen Netzwerken mit dem syrischen Minister für Katastrophenschutz und Nothilfe (MEDM), Raed Saleh. Dieser war der Leiter der „Weißhelme“ in Syrien. Der als Zivilschutz agierenden Organisation wurde vorgeworfen, aktiv syrische islamische Terrorgruppen, z. B. die Al-Nusra-Front, und das türkische Militär unterstützt zu haben. Die Al-Nusra-Front wurde von Abu Muhammad al-Dschaulani alias Ahmed al-Scharaa, dem derzeitigen Interimspräsidenten Syriens, gegründet. So ist es wenig verwunderlich, dass die „Weißhelme“ in ein Ministerium eingegliedert und deren Leiter Raed Saleh zum Minister ernannt wurde.
Wie eingangs geschildert, strafen ihre Taten ihren wohlklingenden Versprechungen vom demokratiekompatiblen liberalen Islam Lügen und gibt ihren Kritikern Recht. Wo „liberal“ draufsteht, ist am Ende Fundamentalismus drin. „Vielfältig“ ist daran gar nichts.

