Hamburger Verhältnisse

Hintergründe zu meiner Rede am 15. März 2026 anlässlich der Proteste gegen den „Tag gegen Islamfeindlichkeit“ vor der Gedächtniskirche in Berlin 


 

Titelbild: ©GeH (Quelle: https://www.frauenheldinnen.de/kampagnen/unsere-maedchen/kundgebung-freiheit-fuer-unsere-maedchen-am-breitscheidplatz-in-berlin/)
Text und weitere Fotos und collagen: Birgit Gärtner 

Der 15. März ist der „Internationale Tag gegen Islamfeindlichkeit“, der 2022 von den „Vereinten Nationen“ ins Leben gerufen wurde. Anlass ist der rechtsterroristischen Anschlag auf zwei Moscheen in Christchurch, Neuseeland, am 15. März 2019, bei dem 59 Menschen starben und 50 Personen verletzt wurden, teilweise schwer. Der Täter gilt als Rechtsextremer, der sich grob zusammengefasst auf dem Kreuzzug gegen den Islam befand.

Derartige Terroranschläge sind selbstverständlich zu verurteilen. Niemand hat das Recht, Muslime tätlich anzugreifen oder gar zu ermorden.

Dennoch erschien an jenem Ort, an dem wir uns am 19. Dezember sicherlich wieder zusammenfinden werden, dieser „Tag gegen Islamfeindlichkeit“ schlicht als absurd. Umrandet von großen Betonpollern mit Noppen, die so aussehen wie überdimensionale Legosteine und deshalb „Merkel-Lego“ genannt werden, standen wir auf dem Platz, auf dem knapp 10 Jahre zu vor, am 19. Dezember 2016, ein islamischer Terrorist während des Weihnachtsmarkts einen gestohlenen LKW in die Menge steuerte. Dabei wurden 12 Menschen getötet und über 70 weitere verletzt, ein schwerverletzter Ersthelfer verstarb später.

Infolge dessen wurden die Poller dort aufgestellt, um künftig vor solchen Attentaten zu schützen. Das Problem – in Berlin zumal – ist also weniger Islamfeindlichkeit, als die Feindlichkeit des Islam, die in Deutschland viele Menschenleben gekostet hat.

Wir versammelten uns also inmitten eines Schutzwalls aus „Merkel-Legos“, die aufgestellt wurden, um auch uns vor der Feindlichkeit des Islam zu schützen, um gegen einen Aktionstag zu protestieren, der einseitig die Befindlichkeit des Milieus der Anhänger der Ideologie der Täter in den Blick nimmt. Welcome to Absurdistan.

 

Hamburg ist die Blaupause

Eigentlich wollte ich in meiner Rede ein paar Zahlen und Fakten zu Muslimen in Deutschland, Islamfeindlichkeit, sprich tätliche Angriffe auf Muslime und islamischen Terror vortragen. Doch während ich meinen Vorrednerinnen lauschte, wurde mir klar, dass die Anwesenden die Situation in Berlin als besonders problematisch empfanden und dabei übersahen, dass es in anderen Landesteilen wesentlich problematischer – und vor allem – exemplarischer ist. Alles, was beispielsweise an Befürchtungen vorgetragen wurde, was passieren könnte, wenn das Berliner Neutralitätsgesetz komplett gekippt wird, ist in Hamburg schon lange Standard. Und nicht nur das, der „Staatsvertrag“, der diesen Standard garantiert, gilt als leuchtendes Beispiel im Umgang mit islamischen Verbänden, dem einige Bundesländer nacheifern. Hamburg ist sozusagen die Blaupause für die freundliche Übergabe unserer sicherlich nicht perfekten Demokratie an das Scharia-Kartell, das es vortrefflich versteht, sich wie ein Spinnennetz durch alle gesellschaftlichen, politischen, medialen und wirtschaftliche Bereiche zu weben.

Deshalb entschied ich mich spontan, die Hamburger Verhältnisse zu schildern. Das war an der Stelle nur in der Kurzversion möglich, die Langversion hole ich auf diesem Wege nach.

Die Geschichte des Islams in Deutschland

Es ist schwer vorstellbar, aber die Geschichte des Islams in Deutschland beginnt bereits im 18. Jahrhundert: 1701 kam anlässlich der Krönung von Friedrich I. mit Azmi Said Efendi der erste osmanische Diplomat in das Heilige Römische Reich. Im Jahr 1762 wurde in der preußischen Armee ein „Bosniakenkorps“ gebildet, das aus etwa 1.000 Soldaten bestand, die von der russischen Armee desertiert und zu den Preußen übergelaufen waren. 1798 verstarb Azmi Said Efendi und wurde in Berlin bestattet. Dieses Areal war der Grundstein für den noch heute benutzten türkischen Friedhof am Columbiadamm.

Nach Beginn des Ersten Weltkriegs wurde das Halbmondlager in Wünsdorf bei Zossen in der Nähe von Berlin errichtet. Dort waren bis zu 30.000 muslimische Kriegsgefangene interniert. Um sie für die Armee des Kaiserreichs zu gewinnen, wurde ihnen u.a. erlaubt, eine Moschee auf dem Gelände zu errichten. Einige von ihnen blieben auch nach Ende des Kriegs in Deutschland. Es etablierte sich eine veritable muslimische Gemeinde, die allein in Berlin ca. 3.000 Mitglieder hatte. Bzw. es etablierten sich zwei Gemeinden: Sunnitische Muslime auf der einen und die mit ihnen verfeindeten Ahmadiyya auf der anderen Seite.

Die aus Indien stammenden sunnitischen Brüder Abdul Jabbar und Abdul Sattar Kheiri richteten  das Fach der Islamstudien an der Friedrich-Wilhelms-Universität ein.

1922 kam der erste Missionar der Ahmadiyya, Maulana Sadr ud-Din, nach Deutschland. Das führte zur Gründung einer Ahmadiyya-Gemeinde in Berlin und diese wurden allgemein als größte muslimische Gruppe in Deutschland wahrgenommen. 1924 wurde die noch heute erhaltene Moschee, die Wilmersdorfer Moschee, erbaut. In der Folgezeit konvertierten viele Deutsche zum Ahmadiyya-Islam.

Während des Zweiten Weltkriegs rekrutierte Mohammed Amin al-Husseini, später bekannt als der „Mufti von Jerusalem“, in Bosnien Soldaten für die „13. Waffen-Gebirgs-Division der SS ´Handschar`“.

Nach dem Zweiten Weltkrieg siedelten sich sowohl ehemalige muslimische Wehrmachtssoldaten als auch erneut die Ahmadiyya wieder an. Diese waren zwar während der NS-Zeit keiner Verfolgung ausgesetzt gewesen, aber die Gemeinde litt wie alle anderen auch unter den Folgen des Krieges.

1955 – und da beginnt die eigentliche Geschichte – kam es zur offiziellen Neugründung der Ahmadiyya – und zwar in Hamburg. 

1955 besuchte der zweite Kalif und Ahmadiyya-Oberhaupt Mirza Baschir ud-Din Mahmud Ahmad Hamburg. Wie ein Staatsgast wurde er im Hamburger Rathaus empfangen. Die Ahmadiyya beschlossen, in Hamburg eine zweite Moschee neben der in Wilmersdorf zu bauen. Die Deutsche Bank, die Dresdner Bank und die Vereinsbank unterstützen das Projekt mit je 500 Mark. Das war allerdings vermutlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Finanzierung der Ahmadiyya, die öffentlich vorwiegend mit Armenspeisung und Stolperstein putzen in Erscheinung tritt, hält sich da sehr bedeckt.

Trotz aller Verwerfungen zwischen sunnitischen Muslimen und der Ahmadiyya wurde die Hamburger Moschee zu einem Gebetshaus für alle Muslime in der Hansestadt.

Das IZH – von Anfang an vom Iran gesteuert

Ungefähr zu dem Zeitpunkt, als die Moschee errichtet wurde, konvertierte der Hamburger Ringer Erhard Grimm zum Islam und nannte sich fürderhin Abdulkarim Grimm. Eslam.de zufolge ist er ein „Ururenkel des Sprachforschers Jakob Grimm (Gebrüder Grimm)“. Das kann allerdings nicht sein, denn laut Wikipedia hatte Jakob Grimm keine eigene Familie, sondern lebte mit seinem jüngeren Bruder Wilhelm und dessen Familie zusammen.  Nichtsdestotrotz kann Erhard/Abdulkarim Grimm Nachfahre der Gebrüder Grimm sein. Wilhelms Sohn Rudolf hatte Kinder.

Abdulkarim Grimm richtete in einem Wohnhaus in der Bornstraße – mitten im ehemaligen jüdischen Viertel – in einem Wohnhaus ebenfalls eine kleine Moschee ein: Das „Haus des Islam“. Dort fungierte er als Imam. Diese Moschee wurde u.a. von den schiitischen Kaufleuten und iranischen Studenten genutzt, die sich in Hamburg aufhielten.

Hamburg schaut auf eine Historie der Beziehungen zum Iran zurück: Bereits Ende des 18. Jahrhunderts lebten Perser in Hamburg, in der um 1860 errichteten Speicherstadt waren persische Kaufleute von Anfang an präsent, 1857 schlossen Hamburg und Persien einen Freundschafts- und Handelsvertrag und 1916 wurde der erste deutsch-persische Handelsverband gegründet. 1936 wurde die Deutsch-Iranische Handelskammer als Ländervereinigung gegründet – allerdings in Berlin. Die Neugründung 1952 fand dann wiederum in Hamburg statt. Seither agiert sie als bundesweit tätige Vereinigung und präsentiert sich in sozialen Netzwerken als „das Deutsche Forum für alle Unternehmen die im Iran-Handel tätig sind oder sich dafür interessieren“. 

 

1953 gründeten persische Kaufleute einen Förderverein mit dem Ziel, in Hamburg eine Moschee zu errichten. Unterstützt wurden sie dabei u.a. von  Abdulkarim Grimm. Am 13. Februar 1960 wurde im Beisein von  Vertretern der Stadt Hamburg von Hudschat-ul-Islam Mohammad Mohagheghi der Grundstein für die Imam-Ali-Moschee gelegt, die berühmte „Blaue Moschee“ an der Alster. Hudschat-ul-Islam Mohammad Mohagheghi war ein an der islamischen Hochschule im persischen Qom ausgebildeter schiitischer Geistlicher, der von dieser wichtigsten theologischen Institution des Schiitentums nach Hamburg entsandt wurde, um das Projekt zu überwachen. Später wurde ihm die Leitung der Moscheegemeinde und des daraus entstandenen „Islamischen Zentrums Hamburg“ (IZH) übertragen. 1963 wurde jedoch das Projekt, in dessen Rohbau bereits 1 Mio. DM investiert wurde, vorerst gestoppt. 1966/67 konnten die Büroräume im Obergeschoss sowie die Außenfassade fertiggestellt werden. Laut eslam.de konnte der Bau „mit Hilfe großzügiger privater Spenden“ fortgesetzt werden – obwohl die persische Botschaft in Bonn unter Schah Reza Pahlavi die Konten der Moschee hatte sperren lassen. 1965 wurde Hudschat-ul-Islam Mohammad Mohagheghi nach Teheran zurückversetzt und Ajatollah Mohammad Hosseini Beheschti an die Alster entsandt. Dieser blieb bis 1970 im Amt und als Ajatollah Ruhollah Chomeini 1978 den „Islamischen Revolutionsrat“ gründete, wurde er dessen erster Vorsitzender, später, nach der „Islamischen Revolution“, wurde er Oberster Richter des Iran. Politische Gegner bezeichneten ihn später als „Drahtzieher, der alle Fäden der Macht in seinen Händen vereinigt“.

1970 folgte Ajatollah Mohammad Hosseini Beheschti der ebenfalls in Qom ausgebildete Hudschat-ul-Islam Mohammad Modschtahed Schabestari, der sich schon während seiner Ausbildung in Qom für das Christentum interessiert hatte. Er lernte die deutsche Sprache und begann den islamisch-christlichen Dialog. Die Imam-Ali-Moschee öffnete er für alle Muslime. Nach der „Islamischen Revolution“ wurde er in das erste Parlament gewählt, distanzierte sich aber von der Theokratie, da er der Auffassung war, dass politische und religiöse Institutionen voneinander getrennt sein sollten. 1978 wurde Hudschat-ul-Islam Mohammad Chātami Leiter des IZH. Auch er war in Qom ausgebildet und eilte nach der Revolution nach Teheran. Als Minister für islamische Kultur galt er als Reformer, 1997 wurde er zum Präsidenten gewählt.

Ungewöhnliche Allianz

Am 6. März 1960 wurde in München die „Moscheebau-Kommission e.V.“ von ehemaligen muslimischen Wehrmachtssoldaten gegründet. Diese waren während der Armeezeit von Imamen betreut worden, einer davon war Ibrahim Gaçaoǧlu, der sich nach dem Krieg in München niederließ und 1953 die „Islamische Gesellschaft in Westeuropa“, oder auch kurz „Islam“, gründete. Damals lebten etwa 3.000 Muslime in den Deplaced-Persons-Camps in Deutschland. In den Deplaced Persons Camps, in denen Jüdinnen und Juden lebten, die den Holocaust überlebt, aber heimatlos geworden waren, weil ihre Verwandten von den Nazis – in deren Diensten die muslimischen Soldaten gestanden hatten – ermordet und deren Besitztümer enteignet wurden.

Ibrahim Gaçaoǧlu erhielt ab 1955 finanzielle Unterstützung vom „American Comitee for Liberation from Bolshevism“ (AMCOMLIB), konnte so große Feste durchführen, Gläubige an sich binden und mediale Aufmerksamkeit erregen. 1960 konvertierte eine Deutsche namens Helga Lili Wolff bei Gaçaoǧlu zum Islam. Sie war die Tochter des hochrangigen SS-Funktionärs Karl Wolff, der wegen Beihilfe zur Deportation von 300.000 Jüdinnen und Juden nach Treblinka zu einer Haftstrafe von 15 Jahren verurteilt wurde. Sie stand ihrem Vater sehr nahe, überzeugte ihn kurz vor dessen Tod im Juli 1984, zum Islam zu konvertieren und sprach bei seinem Begräbnis selbst das Totengebet.

1960  heiratete sie einen Tschechen, wanderte mit ihm nach Pakistan aus und kehrte 1965 nach München zurück. Laut Protokoll der Generalversammlung vom 11. April 1971 wurde Helga Lili Wolff alias Fatima Heeren-Salem als „Sekretär“ in den neu gewählten „geschäftsführenden Ausschuss“ der  Münchner Moscheebau-Kommission gewählt. Sie ließ sich 1983 scheiden und lernte bei einer Umra (Pilgerreise nach Mekka), die Töchter des verwitweten Abdul Karim Grimm kennen, die ihre neue Bekannte mit ihrem Vater verkuppelten. 1984 heiratete das Paar und legte damit den Grundstein der heute seltsam anmutenden Allianz zwischen Sunniten und Schiiten.

Die Münchner Moscheebau-Kommission geriet schon bald  nach ihrer Gründung unter den Einfluss von Said Ramadan, dem Schwiegersohn des Gründers der Muslimbruderschaft, Hassan al-Banna. Aus der Kommission wurde zunächst die „Islamische Gemeinschaft Süddeutschland“, dann die „Islamische Gemeinschaft in Deutschland e.V.“ (IGD), die sich 2018 in „Deutsche Muslimische Gemeinschaft e.V.“ (DMG) umbenannte. 1973 wurde das „Islamische Zentrum München“ (IZM) eröffnet.

Leider kein Grimmsches Märchen

Der „Centrum Moscheeverein“ wurde 1977 von türkischen Gastarbeitern ins Leben gerufen. Auch er konnte auf Vermittlung von Abdulkarim (Erhard) Grimm das Gebäude an der Böckmannstraße erworben werden.

1990 wurde mit dem Bau der Centrum Moschee begonnen, 1992 fand die Grundsteinlegung statt. Und zwar in Gegenwart des damaligen türkischen Ministerpräsidenten Necmettin Erbakan. Dieser wiederum war nicht bloß Politiker, sondern Gründer einer Bewegung namens Millî Görüş, die Religion und Politik verknüpfte, Hasan al-Banna, bzw. die „Muslimbruderschaft“ (MB) zum Vorbild hatte und in deren DNA Antisemitismus verankert ist. Erbakan hat u.a. in Deutschland studiert.

Die IGMG ist sozusagen eine Tochter der Erbakan-Organisation, allerdings betonen sie immer wieder, dass sie sich von der Mutterorganisation gelöst hätten.

Eins führte zum anderen

1993 wurde, u.a. auf Betreiben von Fatima Grimm, die „Konferenz der Muslime in Hamburg“ (KMH) gegründet, die beste Kontakte zur Hamburger Politik unterhielt, einen „interreligiösen Dialog“ etablierte und der es gelang, Einfluss auf den Religionsunterricht an Hamburgs Schulen zu bekommen.

Der „interreligiöse Dialog“ fand großen Anklag im politischen Hamburg, selbst die PDS, später Linkspartei, beteiligte sich aktiv daran. Und Politikerinnen und Politiker der LINKEN nahmen an Veranstaltungen in den Moscheen teil, auch im IZH.

Die KMH wiederum war die Steilvorlage für die SCHURA, die auf Initiative der IGMG gegründet wurde. Die IGMG lud andere Moscheegemeinden ein, es beteiligten sich immer mehr, Nationen-, aber auch Strömungsübergreifend, sprich auch das schiitische IZH. Mann traf sich umschichtig in den beteiligten Moscheen, u.a. der Centrum Moschee, dem IZH, aber auch die Al-Nour-Moschee, die später mit viel Pomp und Geld aus Kuwait in eine ausgediente Kirche im Stadtteil Hamm umsiedeln sollte, der „Vahdet Moschee“, die Quds-Moschee am Steindamm, in der später Mohammed Atta und seine Gesinnungsgenossen ihre Gebete verrichteten und die wegen des Vorwurfs der Terrorunterstützung geschlossen wurde und auch in der nicht mehr existenten Ahmet-Yesevi-Moschee, die der türkischen MHP, sprich den Grauen Wölfen, nahestand. Bei einer Versammlung in der Quds-Moschee wurde der Name festgelegt und in der Ahmet-Yesevi-Moschee fand am 4. Juli 1999 die Gründungsversammlung der „SCHURA – Rat der islamischen Gemeinschaften in Hamburg e.V.“ statt. 

Die Gründung der SCHURA war nicht nur ein Versuch der Strukturierung der damals eher unübersichtlichen islamischen Community in Hamburg, sondern auch ein Instrument, um nachhaltig in das politische Geschehen in der Hansestadt einzugreifen. Alsbald wurde die Forderung nach Anerkennung der SCHURA als „Körperschaft Öffentlichen Rechts“ analog zu den Kirchen laut. Diese Idee wurde von allen Parlamentsparteien unterstützt, auch von der damaligen CDU-Fraktion unter Ole von Beust, der auch zu Beginn die Verhandlungen zum Abschluss eines Staatsvertrags führte in seiner Funktion als „Erster Bürgermeister“.

Unterzeichnet wurde der Staatsvertrag am 13. November 2012 von Olaf Scholz. Innensenator – und an der Entscheidung sicherlich nicht ganz unbeteiligt – war zu dem Zeitpunkt Michael Neumann. Dieser war zu dem Zeitpunkt verheiratet mit Aydan Özoğuz, eine in Hamburg geborene Sprachwissenschaftlerin türkisch-stämmiger Eltern, die das hiesige Bildungssystem komplett durchlaufen hat und nach ihrem Studium für die Körber-Stiftung „deutsch-türkische-Projekte“ betreute. Was immer das gewesen sein mag, bekannt ist, dass sie zu den Verfechterinnen der doppelten Staatsbürgerschaft zählte. Diese Aktivistin fiel dem späteren „Ersten Bürgermeister“ Olaf Scholz (SPD), der vor allem als vergesslicher Kanzler in Erinnerung blieb, auf und wurde von ihm zunächst als parteilose Kandidatin ins Rennen für die Hamburgische Bürgerschaft geschickt.

Später trat sie in die SPD ein und machte bekanntermaßen eine steile Karriere. Als der Staatsvertrag mit der SCHURA unterzeichnet wurde, war sie die Integrationsbeauftragte der Bundestagsfraktion der SPD. Am 26. April 2022 veröffentlichte Aydan Özoğuz, mittlerweile Bundestags-Vizepräsidentin, auf ihrer Facebook-Seite bemerkenswerte Fotos, die auf einer Iftar-Feier des BIG entstanden. Besser als mit diesen Fotos ließe sich kaum veranschaulichen, wie stark islamischer Fundamentalismus nicht nur in der Hamburger Stadtgesellschaft, sondern generell in der Zivilgesellschaft verankert ist; und dass Bundestagsvizepräsidentin Aydan Özoğuz eine zentrale Rolle als Mittlerin zwischen (falsch verstandener) weltoffener Lebenseinstellung und frühmittelalterlicher Ideologie spielt.

Wie eng Aydan Özoğuz mit der Szene verbunden ist, wurde u.a. bei einer Online-Diskussion des „Hamburger Forum für interkulturelles Zusammenleben“ (HAFIZ) am 28. März 2021 zum Thema „Staatsverträge – Warum sind sie für Hamburg wichtig?“ deutlich. Neben Aydan Özoğuz war dort auch IGMG-Multifunktionär Fatih Yildiz als Diskutant beteiligt. Die beiden duzten sich und seitens Aydan Özoguz fielen Sätze wie „Wir haben damals schon“ (sinngemäß). „Damals“ hieß in dem Zusammenhang die Gründungsphase der SCHURA

Aus ihrem politischen Wirken seit Beginn dieses Jahrtausends lässt sich schließen: Die SPD-Politikerin ebnete den Fundamentalisten den Weg in die Zivilgesellschaft und nutzt ihre politischen Ämter, um diese zu protegieren.

Besagter Staatsvertrag macht solche Rituale möglich, den Eltern dieser Mädchen steht das verbriefte Recht zu, ihre Töchter in der Kostümierung sowohl Kindergarten als auch Schule zu schicken. 


 

Mit Texten von an der Protestaktion beteiligten Frauen
 
 

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