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Wie der Erfurter Blumenkohl nach Israel kam

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    Text und Fotos: Birgit Gärtner Im „Gedenkort Topf & Söhne“ ist bis Mitte Januar 2025 die Sonderausstellung „Miriams Tagebuch. Die Geschichte der Erfurter Familie Feiner“ zu sehen*. Darin wird die Geschichte der jüdischen Familie Feiner Anfang des 20. Jahrhunderts nachgezeichnet, insbesondere das Leben der 1921 geborenen Tochter Marion, die sich als Jugendliche dem Zionismus zuwandte, 1938 mit knapp 18 Jahren nach Palästina auswanderte und dort den Namen „Miriam“ annahm. Miriam Feiner heiratete den aus der Tschechoslowakei eingewanderten Juden Abraham Ziv und ließ sich mit ihm im Kibbuz Degania nieder. Der 1909 gegründete Kibbuz gilt als „Mutter“ aller Kibbuzim, er ist das erste geplante Projekt, entworfen und gebaut von dem deutsch-jüdischen Architekten Fritz Kornberg. Zu den Gründern Deganias zählten David Ben Gurion, der erste Ministerpräsident, und Levi Eshkol, dritter Premierminister Israels; der ehemalige Verteidigungsminister Mosche Dajan wurde als zweites K...

Ich bin der rechte Onkel

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  Text Juliane Beer Kurz vor Weihnachten hält man in der Landes- und Zentralbibliothek Berlin ein Seminar zum Thema Rassismus ab, auf dem es unerwünscht ist, über Diskriminierung zu sprechen. Am 22. Dezember fand im Rahmen des Sonntagsprogramms der Zentral- und Landesbibliothek in Kreuzberg eine Veranstaltung der "Stammtischkämper*innen" statt. "Die Stammtischkämpfer*innen" ist eine Seminar/Workshop-Reihe des bundesweiten Bündnisses "Aufstehen gegen Rassismus". Geschäftsführerin ist Irmgard Wurdack, zu ihr später mehr. Auf der Bündnis-Seite findet man u.a. Termine kommender Seminare und Informationen, wie man zu einer sogenannten Stammtischkämpferin werden kann. Ziel ist [...]In den Stammtischkämpfer*innen-Seminaren werden Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt, die uns dabei unterstützen, den rechten und rassistischen Parolen wie beispielsweise denen der AfD und ihrer Anhänger*innen etwas entgegenzusetzen. Dabei ist klar: Der Stammtisch i...

Ungeschminkt - Adele Neuhauser und der überholte Mann

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  Text Juliane Beer Im November 2024 fegt ein wahrer Sturm an Posts und Werbung für einen zeitgemäßen Heimatfilm durch die sozialen Netzwerke. Zeitgemäß deshalb, weil im Fernsehfilm - überaus originell betitelt mit Ungeschminkt - ein aktuelles Thema aufgegriffen wird: Mann kehrt in sein Geburtsdorf zurück und sieht sich mit Problemen konfrontiert weil - Achtung, jetzt wird es modern - eben diesen Heimkehrer einst Unbehagen aufgrund seines im Mutterleib entstandenen Geschlechts plagten. Der Rest des Films ist schnell erzählt weil voraussehbar gestrickt: Die Umwelt reagiert größtenteils mit Un- und Missverständnis, wo sie doch Sensibilität und Verständnis an den Tag legen müsste, denn schließlich geht um einen Mann, der lediglich von seinem vermeintlichen Recht Gebrauch macht, ein Leben als Frau zu führen, was ihm, zumindest in Deutschland gesetzlich geregelt seit 1. November 2024, Zutritt zu sämtlichen Frauenräumen garantiert. Dieser Film-Mann namens Josefa, der dann ...