Dicke Luft an der Marx-Front
Text: Juliane Beer Im Neuköllner Bezirksverband Die LINKE, dominiert von der Gruppierung Marx21, gab es letzte Woche Aufruhr. Grund: Der Vorsitzende der Linksfraktion in der Neuköllner BVV, Thomas Licher, beklagte in einem Brief (liegt uns vor) die einseitige Ausrichtung des Bezirksverbandes. Er mahnte beispielsweise an, dass es in Neukölln neben MuslimInnen auch andere marginalisierte Gruppen gäbe, z.B. Sinti und Roma, auf die die LINKE ihr Augenmerk legen müsste. Ob man MuslimInnen in Neukölln als marginalisierte Gruppe bezeichnen kann ist eine diskussionswürdige Frage, die aber offenbar im linken Bezirksverband noch nie erörtert und auch nicht von Licher angestoßen wurde. Klar ist natürlich: MuslimInnen sind von Diskriminierung betroffen, so auch in Neukölln. Klar ist aber auch: Männer aus arabischen und muslimisch geprägten Ländern sind ebenso Täter, wie in Neukölln beispielsweise von »Ehrlos statt wehrlos – Bündnis gegen Neuköllner Unzumutbarkeiten« öffentlich gemacht ...